Der Podcast zu den Themen Startups und Existenzgründung - mit Benedikt Brüne und Holger Hagenlocher
00:00:03: Founder Talks – der Podcast zu
00:00:06: den Themen Start-up,
00:00:07: Existenzgründung,
00:00:08: Unternehmensnachfolge und
00:00:10: Innovation.
00:00:14: Herzlich willkommen zu einer
00:00:15: neuen Folge von „Founder Talks – der
00:00:17: Podcast“!
00:00:18: Mein Name ist Holger Hagenlocher.
00:00:22: Schön, dass ihr wieder dabei seid –
00:00:24: egal ob hier auf founder-talks.de,
00:00:27: bei Spotify, YouTube, Amazon
00:00:30: Music, Apple Podcasts oder auf
00:00:32: allen anderen
00:00:34: Podcast-Angeboten.
00:00:37: In dieser Folge geht es mal
00:00:38: nicht um ein einzelnes Start-up,
00:00:40: sondern um einen ganzen Tag
00:00:42: voller Gründergeschichten und
00:00:45: Innovationen.
00:00:46: Es geht um das Käpsele Innovation Festival
00:00:50: 2026 in Freiburg, das vor wenigen Tagen stattfand.
00:00:57: Ja, was war das Käpsele Festival?
00:00:59: Am 16. Juli hat sich die
00:01:02: SICK-Arena auf der Messe Freiburg
00:01:04: mit rund 2.000 Gästen
00:01:06: gefüllt –
00:01:07: ausverkauft.
00:01:09: Zum Vergleich: Bei der Premiere 2024
00:01:12: waren es noch rund 700 Besucher, im letzten
00:01:16: Jahr rund 1.200.
00:01:19: Das Festival wächst also – und seine Bedeutung genauso.
00:01:23: Organisiert wird das Ganze von der Freiburg Wirtschaft
00:01:28: Touristik und Messe GmbH, FWTM, und der IHK Südlicher Oberrhein,
00:01:34: präsentiert von der Haufe Group, die ihren Sitz in Freiburg hat.
00:01:40: Unterstützt haben rund 40
00:01:42: Sponsoren und über 120
00:01:45: Partner.
00:01:48: Das Motto des Tages war: „Zukunft braucht Zündstoff.“
00:01:52: Und Zündstoff gab es tatsächlich reichlich.
00:01:55: Dazu hatten die Veranstalter ein
00:01:57: Programm zusammengestellt, das
00:01:59: einige Highlights zu bieten
00:02:01: hatte.
00:02:08: Zu Beginn meines Berichts werfe
00:02:10: ich aber einen Blick auf eine
00:02:11: sehr passende Keynote, die für
00:02:13: mich den ganzen Tag eingerahmt
00:02:16: hat:
00:02:17: die Eröffnungs-Keynote von
00:02:18: Raphael Gielgen. Gielgen ist
00:02:22: Trendscout für die Zukunft der
00:02:24: Arbeit beim Möbelhersteller
00:02:25: Vitra.
00:02:26: Und er bringt für so einen
00:02:28: Auftritt eine ziemliche
00:02:29: Bandbreite mit:
00:02:30: Eindrücke aus Singapur, aus San Francisco, aus x-beliebigen
00:02:34: Werkshallen irgendwo dazwischen.
00:02:37: Seine Grundthese: Die Zukunft entsteht nicht irgendwo anders.
00:02:41: Sie entsteht genau dort, wo Menschen den Mut haben, die
00:02:45: Zukunft selbst anzupacken.
00:02:50: Und um das zu unterfüttern, hat
00:02:52: er sich auf einen Report
00:02:54: bezogen, den viele von euch
00:02:56: vielleicht noch gar nicht kennen:
00:02:58: den „Convergence Outlook
00:03:00: 2026“.
00:03:02: Der kommt von der Future Today
00:03:04: Strategy Group, dem Team rund um
00:03:07: die bekannte Zukunftsforscherin
00:03:09: Amy Webb.
00:03:10: Statt einzelne Trends isoliert
00:03:12: zu betrachten – hier KI, da
00:03:14: Nachhaltigkeit, dort Geopolitik –,
00:03:16: schaut der Report auf das, was
00:03:18: passiert, wenn diese Kräfte
00:03:19: aufeinanderprallen.
00:03:21: Genau solche Kollisionspunkte
00:03:24: nennt Webb „Convergence“, und
00:03:26: Gielgen hat daraus für Freiburg
00:03:29: die knappe Formel gemacht: Wir
00:03:31: befinden uns in der „Era of
00:03:32: Convergence“, also der Ära, in
00:03:35: der nichts mehr für sich allein
00:03:37: steht.
00:03:41: Eine Zahl aus seinem Vortrag ist mir besonders hängen
00:03:45: geblieben: 84 Fähigkeiten, sagt Gielgen, wird die
00:03:48: Arbeitswelt von morgen brauchen.
00:03:51: Rund ein Drittel davon, also 28, gibt es heute
00:03:56: schlicht noch gar nicht.
00:03:58: Das ist im Grunde nichts anderes
00:04:00: als – frei nach Schumpeter – eine
00:04:02: schöpferische Zerstörung, die
00:04:04: wir live auf dem Arbeitsmarkt
00:04:07: erleben.
00:04:09: Reine Effizienz-Skills, das Verwalten und Optimieren von
00:04:13: Bestehendem, verlieren offensichtlich an Wert.
00:04:17: Stattdessen entstehen neue Rollen an den Schnittstellen.
00:04:20: Und dann kam der Satz, den ich
00:04:23: euch als Kernaussage mitgeben
00:04:25: will, weil er so schön alles
00:04:28: zusammenfasst: „Die Fähigkeit zu
00:04:30: handeln kommt nicht von
00:04:31: Sicherheit, sondern von
00:04:33: Unsicherheit.“
00:04:34: Gielgen meint damit: Wer auf den perfekten, sicheren Moment
00:04:38: wartet, um loslegen zu können, wartet für immer.
00:04:41: Die eigentliche Stärke zeigt
00:04:43: sich gerade dann, wenn nichts
00:04:45: sicher ist.
00:04:46: Also zeigt sich die Fähigkeit zu
00:04:48: handeln gerade in Zeiten der
00:04:50: Unsicherheit.
00:04:51: Aber – und das fand ich das
00:04:53: Spannendste an seinem Vortrag – er
00:04:55: ist nicht bei der Theorie stehen
00:04:57: geblieben.
00:04:58: Er hat den Bogen zur Praxis geschlagen,
00:05:00: mit Verweis auf „The Geek Way“,
00:05:03: das Buch des MIT-Forschers Andrew
00:05:06: McAfee.
00:05:07: Denn darin geht es um vier kulturelle Normen, die moderne
00:05:11: Organisationen laut McAfee brauchen, um überhaupt
00:05:15: handlungsfähig zu sein.
00:05:19: Diese vier kulturellen Normen nach McAfee sind: Erstens
00:05:24: Science – Entscheidungen nach Daten und Evidenz treffen, nicht
00:05:28: nach der Meinung des bestbezahlten Managers im Raum.
00:05:32: Damit wird die Bedeutung der Wissenschaft hervorgehoben.
00:05:35: Zweitens Ownership – kleine, autonome Teams, die wirklich
00:05:40: Verantwortung tragen dürfen, statt alles durch endlose
00:05:44: Freigabeschleifen zu schicken.
00:05:46: Drittens Speed – nicht schneller
00:05:49: rennen, sondern schneller
00:05:50: lernen: kleine Prototypen
00:05:52: testen,
00:05:53: Fehler sofort auswerten,
00:05:55: Kurs korrigieren.
00:05:57: Und viertens Openness – radikale
00:06:01: Transparenz, damit jeder im
00:06:03: Team, jeder im Unternehmen wie
00:06:05: ein Eigentümer mitdenken und
00:06:07: handeln kann.
00:06:11: Warum erzähle ich das so ausführlich?
00:06:13: Weil genau dieser Gedanke – dass
00:06:16: die eigentliche Stärke die
00:06:17: Fähigkeit zu handeln ist – für
00:06:20: mich der rote Faden war, der
00:06:22: sich durch den ganzen Tag beim
00:06:24: Käpsele Innovation Festival
00:06:25: gezogen hat.
00:06:31: Ulrich Schwellinger war schon
00:06:32: zum zweiten Mal beim Käpsele
00:06:34: dabei –
00:06:35: nicht als Aussteller, sondern als Netzwerker und Beobachter.
00:06:40: Schwellinger ist Interim-Manager, ein Macher aus der
00:06:43: Praxis und für die Praxis.
00:06:45: Zudem leitet er das
00:06:47: Steinbeis-Beratungszentrum Transformation
00:06:49: in Bräunlingen.
00:06:51: Sein Thema ist immer: Wie
00:06:53: schaffen es etablierte
00:06:55: Unternehmen, echten Wandel nicht
00:06:58: nur zu diskutieren, sondern
00:07:00: tatsächlich umzusetzen?
00:07:04: Ja, hallo Ulrich, schön, dass du hier beim Käpsele Festival Zeit
00:07:09: für ein kurzes Gespräch hast.
00:07:10: Du bist ja auch schon zum zweiten Mal hier.
00:07:12: Freut mich, dich hier wiederzusehen.
00:07:15: Ja, hallo Holger.
00:07:16: Grüße dich auch.
00:07:17: Zuerst die Frage an dich:
00:07:19: Wer bist du,
00:07:20: was machst du?
00:07:21: Ich weiß von dir:
00:07:22: Du bist Interim-Manager, ein
00:07:25: Macher und Leiter des
00:07:28: Steinbeis-Beratungszentrums
00:07:29: Transformation.
00:07:30: Ja, du hast es vollkommen richtig beschrieben.
00:07:33: Das sind meine heutigen Tätigkeiten.
00:07:36: In meinem Leben war ich
00:07:37: Betriebsleiter, Geschäftsführer,
00:07:39: Geschäftsleiter und so
00:07:43: weiter. Und
00:07:46: das Steinbeis-Beratungszentrum habe ich vor circa vier Jahren gegründet.
00:07:49: Wir bieten Analyse, Planung und –
00:07:51: vor allem, anknüpfend an
00:07:54: deine Aussage – das Machen, also
00:07:56: die Umsetzung mit unseren
00:07:58: Spezialisten, an.
00:07:59: Weshalb ist denn Innovation im
00:08:02: Bereich Transformation so
00:08:03: wichtig?
00:08:04: Wir sind ja hier beim Käpsele Innovation Festival.
00:08:07: Ja, in der Vergangenheit hat man unter Innovation sehr oft
00:08:12: verstanden, aus etwas Gutem noch etwas Besseres zu machen.
00:08:16: Das reicht heute nicht mehr,
00:08:18: sondern man braucht neue
00:08:20: Geschäftsmodelle, neue Ideen,
00:08:23: neue Produkte.
00:08:25: Und dazu gehört natürlich sehr, sehr viel Offenheit.
00:08:29: Ein Leitspruch von uns –
00:08:31: das deckt sich auch mit dem Vortrag von Herrn Kaeser;
00:08:35: Joe Kaeser hat ja auch darauf abgehoben
00:08:40: – lautet: Bestandsgeschäft transformieren
00:08:44: und Neugeschäft generieren.
00:08:48: Das ist so die Überschrift.
00:08:49: Es ist ja ein
00:08:50: Entwicklungsprozess für jedes
00:08:53: einzelne Unternehmen.
00:08:54: Und dazu muss es eine
00:08:57: koordinierte Transformation
00:08:59: geben.
00:08:59: Das wird von euch ein Stück weit angeboten.
00:09:02: Das wird sehr konkret angeboten.
00:09:06: Man kann
00:09:08: auf unserer Homepage einen
00:09:09: sogenannten Schnelltest machen,
00:09:11: und wir können miteinander einen ausführlicheren
00:09:13: Transformationstest
00:09:15: durchführen. Dabei finden wir gemeinsam heraus, wo
00:09:17: Stärken
00:09:20: sind und wo Potenziale
00:09:23: liegen.
00:09:23: Das betrifft vor allem das
00:09:24: Bestandsgeschäft,
00:09:25: damit man damit
00:09:28: weiterhin Geld verdient
00:09:32: und
00:09:33: überhaupt in der Lage ist,
00:09:35: ein neues Geschäftsmodell zu
00:09:38: entwickeln.
00:09:38: Und wenn ich das so
00:09:41: ein bisschen zusammenfassen
00:09:43: darf, denke ich, dass vier oder
00:09:48: fünf Punkte ganz besonders
00:09:50: wichtig sind, wenn man gemeinsam
00:09:51: weiterkommen will.
00:09:53: Der erste Punkt ist sicherlich – und der ist nicht zu
00:09:57: unterschätzen und besonders wichtig –, dass man die
00:10:01: Vergangenheit wertschätzt, also das, was bisher geleistet wurde.
00:10:05: Das
00:10:07: war immer eine tolle Geschichte. Vor allem sollte man auch die
00:10:10: Mitarbeiter, die Führungskräfte und so weiter wertschätzen, die das bisher
00:10:15: geleistet haben. Dann aber auch den Blick für
00:10:20: die Gegenwart und die Zukunft öffnen: Was kommt alles auf uns
00:10:23: zu, um neue Geschäftsmodelle zu entwickeln?
00:10:28: Und dann gemeinsam anpacken, gemeinsam Entscheidungen treffen,
00:10:38: statt nur zu hoffen, dass die Welt um uns herum sich wieder
00:10:43: verändert und so zurückkommt wie vor fünf, zehn oder zwanzig
00:10:47: Jahren. Sondern gemeinsam Mut haben.
00:10:50: Ein Spruch von uns dazu lautet:
00:10:53: Mut tut gut und hilft einem, Neues anzupacken.
00:11:00: Ja, auf jeden Fall. Ohne Mut geht gar nichts.
00:11:02: Das gehört ja auch zum Unternehmertum dazu.
00:11:04: Wer nicht risikobereit ist und
00:11:06: nicht den Mut hat,
00:11:07: Veränderungen anzugehen, wird
00:11:09: irgendwann untergehen.
00:11:11: Die Frage ist: Welches Risiko ist größer – nichts Neues anzupacken
00:11:16: oder Neues anzupacken?
00:11:18: Und das kommt daher auch auf dem Käpsele
00:11:20: immer wieder
00:11:21: an verschiedenen Stellen zur
00:11:24: Sprache und zum
00:11:26: Ausdruck.
00:11:26: Ich schreibe auf jeden Fall alle Kontaktdaten deines
00:11:30: Steinbeis-Beratungszentrums Transformation
00:11:33: in die Shownotes.
00:11:34: Auch der LinkedIn-Kontakt wird in den Shownotes stehen, sodass
00:11:40: jeder, der Interesse hat, mit dir Kontakt aufzunehmen, das dort
00:11:43: nachlesen kann.
00:11:45: Zum Abschluss
00:11:47: vielleicht noch: Wenn du einem
00:11:48: Unternehmen Stand heute eine klare
00:11:50: Empfehlung aussprichst
00:11:52: –
00:11:53: was sind die nächsten drei oder
00:11:55: fünf Schritte, die unbedingt zu
00:11:57: tun sind, damit die
00:11:59: Transformation gelingt?
00:12:00: Ganz wichtig ist, die
00:12:03: Vergangenheit wertzuschätzen und
00:12:04: den Mut zu haben, Neues zu
00:12:06: machen.
00:12:07: Wir sehen immer wieder, dass man den Mut nicht hat oder
00:12:13: allein nicht aufbringt.
00:12:16: Da würde ich dringend empfehlen –
00:12:19: und das empfehle ich jetzt nicht
00:12:20: nur, weil wir damit natürlich ein
00:12:23: Geschäftsmodell haben, sondern
00:12:25: weil ich glaube, dass es für die
00:12:27: Firma sehr, sehr hilfreich ist –, den
00:12:29: Mut zu haben, sich Unterstützung
00:12:31: von kompetenten Leuten zu holen,
00:12:34: die von außen Input geben
00:12:37: können.
00:12:38: Ich glaube, das sind die Grundlagen.
00:12:42: Tools gibt es dann viele, wie
00:12:45: man an die Themen herangehen
00:12:47: kann.
00:12:47: Eines habe ich genannt: unseren Transformationstest,
00:12:50: damit man einen klaren Blick hat.
00:12:52: Es ist die Grundvoraussetzung,
00:12:55: den Mut zu haben, Neues
00:12:56: anzugehen, und den Mut zu haben,
00:12:59: das Bisherige genauer zu
00:13:01: betrachten:
00:13:02: Was hat Potenzial für die Zukunft?
00:13:05: Was muss man von Bord schmeißen – eventuell
00:13:07: auch Kunden, eventuell auch
00:13:08: Produkte?
00:13:09: Und dann gilt es, genau zu überlegen und
00:13:12: herauszuarbeiten: Welche
00:13:14: Qualifikationen sind vorhanden?
00:13:16: Wo – also
00:13:19: bei welchen anderen Kunden,
00:13:21: in welchen anderen Branchen – kann man
00:13:22: diese Qualifikationen
00:13:24: gebrauchen?
00:13:26: Wie kann man daraus eventuell
00:13:28: neue Produkte und neue
00:13:29: Geschäftsfelder machen?
00:13:30: Das einmal so auf die
00:13:32: Schnelle.
00:13:33: So,
00:13:34: vielen Dank, Ulrich – auf die Schnelle.
00:13:36: Vielen Dank für das Gespräch.
00:13:38: Und jetzt weiter ins Getümmel.
00:13:40: Viel Spaß noch beim Käpsele
00:13:42: Festival.
00:13:43: Ja, dir auch.
00:13:45: Und dann, wenn man zu Hause ist: in die Umsetzung gehen.
00:13:49: Alles klar,
00:13:50: danke schön.
00:13:51: Spannend, wie Ulrich Schwellinger das auf den Punkt bringt:
00:13:55: Erst die eigene Vergangenheit und das vorhandene Know-how
00:13:58: ehrlich analysieren, dann den Mut aufbringen, wirklich etwas
00:14:02: zu verändern – und sich dafür bei Bedarf auch bewusst
00:14:05: Unterstützung von außen holen.
00:14:08: Genau diese Bodenständigkeit
00:14:10: stand in einem interessanten
00:14:13: Kontrast zu manchem Redebeitrag
00:14:16: an diesem Tag beim Käpsele
00:14:17: Festival.
00:14:18: Dazu aber gleich mehr.
00:14:21: Das Käpsele Innovation Festival
00:14:24: bot zehn Stunden Programm, fünf
00:14:26: Bühnen und rund 30
00:14:28: Erlebnisstationen.
00:14:29: Und mittendrin ein Motto, das
00:14:32: Programm macht: „Zukunft braucht
00:14:34: Zündstoff.“
00:14:35: Ein hochkarätig besetztes
00:14:37: Transformationspanel mit dem
00:14:39: früheren Siemens-Chef Joe Kaeser,
00:14:42: Haufe-Group-Chefin Birte
00:14:44: Hackenjos und Digitalexpertin
00:14:47: Aya Jaff diskutierte die
00:14:49: Voraussetzungen für zukünftiges
00:14:51: Handeln.
00:14:52: Der ehemalige Siemens-CEO Joe
00:14:54: Kaeser,
00:14:55: Aufsichtsratsvorsitzender von
00:14:57: Siemens Energy und Daimler
00:14:59: Truck, betonte in seiner
00:15:01: Introduction Note zum Panel,
00:15:04: dass Resilienz heute durch
00:15:06: Verantwortungsbereitschaft
00:15:08: entsteht.
00:15:09: Dazu gehöre laut Kaeser entschlossenes Handeln und der
00:15:13: Mut, Ungewissheit auszuhalten.
00:15:16: Aber wenn Joe Kaeser kundtut:
00:15:18: „Deutschland hat die besten
00:15:19: Ingenieure der Welt“, und sich
00:15:22: bemüßigt fühlt, „noch
00:15:25: immer!“ hinzuzufügen, so klingt das eher nach
00:15:28: dem Pfeifen im Walde und dem
00:15:30: Festhalten an dem, was einmal
00:15:32: war.
00:15:34: Denn andere Länder, zum Beispiel in Fernost – Südkorea,
00:15:37: Japan, Taiwan und selbstverständlich China –, aber
00:15:41: auch in Europa, haben längst aufgeholt, den Abstand
00:15:45: verkleinert und Deutschland in verschiedenen Bereichen sogar
00:15:48: links und rechts überholt.
00:15:51: Vieles, was man an diesem Tag
00:15:53: von der Bühne hört, sind Appelle
00:15:55: und Wiederholungen.
00:15:57: Als Zuhörer möchte man laut ausrufen: „Habt ihr nicht die
00:16:02: Keynote von Gielgen gehört?
00:16:04: Handelt!
00:16:06: Die wahre Stärke ist die Fähigkeit zu handeln.“
00:16:14: Und natürlich gab es beim Käpsele Innovation Festival das
00:16:18: Landesfinale des Start-up BW Elevator Pitch, eines
00:16:22: Wettbewerbs für Start-ups. Am Ende holte sich das
00:16:26: Heidelberger Start-up Linq Photonics den Sieg –
00:16:31: mit einer Technologie zur Lichtsteuerung in
00:16:34: Quantencomputern. Mitgepitcht hat auch ARC62
00:16:40: aus Biberach an der Riss.
00:16:42: Das Team um Atash Hauschild, Constantin Daitche und Jahan
00:16:47: Marciniak hat 2024 gegründet – mit einer
00:16:51: Idee, die viele von uns aus ihrer Kindheit kennen: dem
00:16:54: kleinen Dorfladen ums Eck.
00:16:59: Leider sterben diese Dorfläden aus und die Nahversorgung im
00:17:03: ländlichen Raum geht verloren.
00:17:05: ARC62 hat nun
00:17:07: eine Lösung dazu entwickelt –
00:17:09: ohne Personal und ganz ohne
00:17:11: Kasse. Rein, Produkte nehmen und
00:17:14: wieder raus:
00:17:15: ein automatisiertes Grab-and-go-System, das über Kameras und
00:17:20: Gewichtssensoren erfasst, was aus dem Regal genommen wird,
00:17:24: und die Bezahlung beim Verlassen automatisch abwickelt.
00:17:31: Beim Landesfinale des Start-up BW Elevator Pitch
00:17:34: war ARC62
00:17:36: einer der Beiträge, die
00:17:38: besonders im Gedächtnis
00:17:39: geblieben sind.
00:17:41: Ich konnte mich im Anschluss an
00:17:43: den Pitch mit dem Team
00:17:44: unterhalten.
00:17:47: Ja, hier wieder auf dem Käpsele Festival in Freiburg,
00:17:50: bei besten Temperaturen.
00:17:52: Die Sonne brennt, und ich sitze
00:17:54: hier zusammen mit ARC62.
00:17:56: ARC62
00:17:56: war Teilnehmer beim Start-up BW
00:17:59: Elevator Pitch, und ich sitze hier zusammen mit Atash, Jahan und
00:18:04: Constantin. Jahan, an dich die erste Frage: Was macht ihr, und
00:18:08: was war euer Beitrag hier bei Start-up BW?
00:18:11: Danke, Holger, auf jeden Fall für
00:18:12: die Chance, dass wir hier sein
00:18:13: dürfen.
00:18:14: Wir von ARC62 haben ein
00:18:16: Ladensystem für
00:18:18: Kioske und Supermärkte entwickelt, weil wir
00:18:21: festgestellt haben, dass die
00:18:22: Versorgung vor allem im
00:18:23: ländlichen Bereich schwach ist
00:18:25: beziehungsweise generell immer mehr ausstirbt. Wir
00:18:27: ermöglichen es, einen
00:18:29: Kiosk oder Laden ohne Personal zu
00:18:30: betreiben.
00:18:31: Um kurz und einfach zu erklären, wie es funktioniert:
00:18:34: Am Eingang hält man seine
00:18:35: Karte hin, bekommt Zutritt
00:18:37: zum Laden, nimmt seine
00:18:38: Produkte und läuft einfach
00:18:39: wieder raus.
00:18:39: Beim Rauslaufen wird
00:18:41: automatisch abgerechnet. Über
00:18:43: Kameras wird getrackt, wer sich
00:18:45: wo befindet und welches
00:18:46: Produkt nimmt; über
00:18:47: Gewichtssensoren wird erfasst, welches Produkt
00:18:48: genommen wurde.
00:18:51: Vielleicht noch einmal nachgefragt:
00:18:53: Die Kameras sind dazu da,
00:18:55: nachzuverfolgen, wer
00:18:57: im Laden war. Und das Gewicht:
00:18:59: Ist das Gewicht jedes einzelnen
00:19:01: Produkts schon im QR-Code
00:19:04: oder im Strichcode hinterlegt?
00:19:05: Oder
00:19:05: wie lässt sich das mit dem Gewicht tatsächlich realisieren?
00:19:09: Genau. Die Kameras sind für die Personenerkennung da, denn
00:19:12: man kann allein oder auch mit mehreren Personen
00:19:14: einkaufen gehen
00:19:15: – als Gruppe oder auch in
00:19:16: verschiedenen Gruppen, sage ich jetzt
00:19:19: einmal.
00:19:20: Über die Gewichtssensoren in den Regalen wird dann
00:19:23: getrackt, welches Produkt genommen wird. Das Gewicht
00:19:26: wird beim Befüllen des Regals erfasst.
00:19:30: Okay, kommen wir einmal zu dir, Constantin.
00:19:32: Erzähl doch mal: Wie seid ihr
00:19:33: auf die Idee gekommen, das Ganze
00:19:35: zu machen?
00:19:35: Und wer seid ihr?
00:19:38: Also, ich meine, wer wir sind, hast du ja schon gesagt:
00:19:41: Constantin, Atash und Jahan –
00:19:43: beziehungsweise Atash,
00:19:44: Jahan und Constantin; der Esel nennt sich immer zuerst.
00:19:47: Wir sind im Grunde genommen auf die Idee gekommen,
00:19:51: weil wir gemerkt haben: Die
00:19:53: Versorgung stirbt langsam aus.
00:19:55: Wir waren dann kurzzeitig
00:19:58: davor, in unserem Heimatdorf Automaten
00:20:01: aufzustellen, bis wir uns irgendwann sehr intensiv mit der
00:20:05: Materie beschäftigt und gemerkt haben: An sich ist die
00:20:07: Technik unglaublich veraltet, und man zahlt ein Heidengeld für im
00:20:11: Grunde genommen nahezu keinen Produktplatz.
00:20:16: Dann haben wir uns
00:20:18: als
00:20:19: Wirtschaftsinformatiker und
00:20:21: Maschinenbautechniker entschieden:
00:20:24: Wir haben die Skills und eine Vision.
00:20:26: Warum bauen wir nicht einfach ein System, das besser ist?
00:20:29: So kam es dazu, dass wir
00:20:32: mit Bauern und Läden in unserer Region über dieses
00:20:36: Thema gesprochen haben. Und wir haben sehr schnell gemerkt,
00:20:39: dass der Bedarf mehr als vorhanden ist.
00:20:43: Wie habt ihr euch kennengelernt?
00:20:44: Wie seid ihr zueinandergekommen?
00:20:45: Habt ihr miteinander studiert, oder wie kam es
00:20:49: zu diesem Start-up-Team?
00:20:52: Das ist ganz interessant.
00:20:53: Ich würde sagen, ich bin schon, seitdem ich in der Schule bin,
00:20:57: affin, was Start-ups angeht.
00:20:59: Ich wollte schon immer selbst ein Unternehmen gründen.
00:21:03: Die Frage war eigentlich nur: wann und mit wem?
00:21:06: Dann hatte ich das Glück,
00:21:07: dass ich mit Atash von der
00:21:10: ersten bis zur zwölften Klasse
00:21:12: zusammen war – immer in derselben
00:21:15: Klasse.
00:21:16: Nach
00:21:18: dem Abitur haben sich unsere Wege getrennt:
00:21:20: Er
00:21:22: ging
00:21:22: nach Heilbronn und ich nach Stuttgart zum Studieren.
00:21:27: Als wir dann unser duales
00:21:29: Studium abgeschlossen hatten,
00:21:30: kam Atash auf mich zu. Er wusste,
00:21:33: dass ich mich noch sehr mit dem Thema
00:21:35: Unternehmertum beschäftige,
00:21:37: und meinte: „Ey, was hältst du
00:21:38: davon?
00:21:39: Ich habe da noch einen
00:21:40: Halbbruder, der ist auch sehr daran
00:21:42: interessiert. Lass uns doch
00:21:44: einfach zusammen ein Geschäft
00:21:45: starten.“
00:21:47: Fast schon Family Business.
00:21:50: Aber jetzt zu dir, Atash:
00:21:52: Was sind denn eure Ziele?
00:21:54: Wie wollt ihr die nächsten Schritte gehen?
00:21:56: Wie wollt ihr das ganze Unternehmen finanzieren? Ihr
00:21:59: braucht ja viel Hardware für die ganze Geschichte. Die
00:22:03: Software muss auch weiterentwickelt werden. Das
00:22:06: kostet alles Geld.
00:22:07: Wie
00:22:08: soll es bei euch weitergehen?
00:22:10: Genau.
00:22:10: Um das einmal zu beantworten:
00:22:12: Wo stehen wir gerade?
00:22:13: Wir haben jetzt unseren ersten Piloten eröffnet, in dem wir
00:22:16: öffentliche Tests durchführen, von Leuten Feedback bekommen und
00:22:20: erste Verkäufe generieren. Jetzt arbeiten wir natürlich daran,
00:22:24: unser System noch einmal ein bisschen zu verbessern, bevor
00:22:27: wir skalieren.
00:22:28: Der nächste große Schritt wird sein, Partner
00:22:31: und Investoren zu finden, auch ein Partnernetzwerk,
00:22:34: mit dem wir neue Läden eröffnen können.
00:22:40: Beziehungsweise suchen wir
00:22:41: eigentlich Betreiber für die
00:22:42: Läden.
00:22:43: Wir stellen das System zur Verfügung und ermöglichen
00:22:46: anderen Leuten, so einen Laden zu betreiben.
00:22:48: Unser Ziel ist es,
00:22:51: möglichst viele Läden zu
00:22:53: eröffnen, die Nahversorgung in allen erdenklichen Bereichen neu
00:22:55: zu denken
00:22:57: und so wieder
00:22:59: eine gute Grundversorgung zu ermöglichen – im
00:23:01: Dorf, aber auch in der Stadt, an
00:23:03: Ladeparks
00:23:05: oder
00:23:06: Autobahntankstellen.
00:23:08: Also eine ganz typische Gründung mit Impact: das Ladensterben auf
00:23:14: dem Dorf eingrenzen.
00:23:16: Jetzt ist es natürlich so: Auf dem Dorf schließen die Läden,
00:23:22: weil zu wenig Nachfrage da ist.
00:23:25: Ich denke, dass das Ganze
00:23:27: auch mit zusätzlichem Marketing und mit Akzeptanz steht und fällt
00:23:29: –
00:23:31: damit
00:23:32: das neue System
00:23:34: von den Dorfbewohnern, ob
00:23:36: jung oder alt, akzeptiert
00:23:38: wird.
00:23:38: Habt ihr euch schon Gedanken gemacht, wie ihr das zusammen
00:23:42: mit Partnern lösen könnt?
00:23:45: Ja, auf jeden Fall.
00:23:47: Ein großer Vorteil ist, dass die
00:23:49: Leute einfach eine Lösung
00:23:50: wollen.
00:23:50: Das heißt, sie sind
00:23:52: meistens ziemlich offen
00:23:53: dafür, weil sie
00:23:54: unter dem Problem leiden und
00:23:56: froh sind, wenn es eine Lösung
00:23:57: gibt.
00:23:57: Sie sind auch viel
00:23:59: neugieriger, als man denkt. Gerade ältere Leute sind oftmals sehr neugierig und
00:24:03: wollen das System entdecken und sich einmal anschauen.
00:24:05: Am Anfang gibt es natürlich eine
00:24:07: gewisse Lernkurve, die bei
00:24:08: unserem System aber sehr steil
00:24:11: ist.
00:24:11: Man lernt sehr schnell, wie es funktioniert, weil es
00:24:14: super einfach ist.
00:24:15: Man muss im Endeffekt nur das
00:24:17: Produkt nehmen und wieder
00:24:18: rausgehen.
00:24:19: Gleichzeitig halten wir es
00:24:20: transparent, sodass die Leute
00:24:22: wirklich sehen: „Hey, was wird mir
00:24:23: gerade abgerechnet?“
00:24:25: Also super simpel, so wie es sich anhört.
00:24:28: Ich glaube auch,
00:24:29: dass das keine Hürde und
00:24:31: kein Hindernis ist.
00:24:33: Ein Problem könnten wir vielleicht noch ansprechen:
00:24:37: Wer am Anfang seine Karte vorhält, wird gefilmt
00:24:41: und muss eventuell an der einen
00:24:44: oder anderen Stelle auch noch den Personalausweis zeigen.
00:24:46: Da kommt ja immer der Datenschutz ins Gespräch.
00:24:49: Was habt ihr euch bei der ganzen Sache dazu gedacht?
00:24:53: Datenschutz ist natürlich gerade
00:24:54: in Deutschland immer ein großes
00:24:55: Thema. Wir
00:24:58: haben gesagt:
00:24:59: Wir verarbeiten alles
00:25:01: komplett lokal. Die Daten
00:25:02: verlassen den Laden nicht und gehen
00:25:04: nicht in die Cloud,
00:25:05: sondern alles bleibt
00:25:06: wirklich vor Ort. Dadurch sind wir
00:25:08: auch unabhängig vom
00:25:09: Internet
00:25:10: und können solche Bedenken abwenden. Wir können
00:25:14: sagen: „Hey, die Daten verlassen den Laden nicht und
00:25:17: werden nicht gespeichert.
00:25:18: Punkt.
00:25:18: Aus.
00:25:18: Ende.“
00:25:20: Ja, das ist ein vernünftiger Ansatz.
00:25:22: Das macht einen natürlich auch
00:25:23: weniger anfällig für
00:25:25: Cyberangriffe oder
00:25:26: Cyberattacken, wenn man
00:25:28: tatsächlich nicht von außen auf die Daten
00:25:29: zugreifen kann.
00:25:30: Das ist eine ganz wichtige Sache.
00:25:32: Auf der anderen Seite müssen bestimmte E-Payment-Systeme
00:25:38: immer angebunden werden.
00:25:39: Wird dann speziell für diesen Moment eine Verbindung aufgebaut,
00:25:44: oder wie läuft das?
00:25:45: Ja, genau.
00:25:46: Dafür haben wir ein Payment-Terminal.
00:25:48: Das läuft gar nicht über
00:25:49: uns, sondern über einen
00:25:50: technischen Partner,
00:25:51: der solche
00:25:52: Terminals bereits in verschiedenen
00:25:54: anderen Bereichen zur Verfügung
00:25:56: stellt.
00:25:56: Wir bekommen nachher nur die Information: Der Kunde hat gezahlt oder
00:25:59: nicht gezahlt. Und wir arbeiten nur damit.
00:26:03: Ja prima, dann bleibt mir eigentlich nur, euch viel
00:26:07: Glück und Erfolg zu wünschen: dass das Ganze gut abgeht, dass
00:26:10: ihr die richtigen Partner und Kooperationspartner und später
00:26:14: vielleicht auch zahlungskräftige Investoren findet, um das Ganze
00:26:18: zu skalieren.
00:26:20: Denn was klein anfängt, kann ja auch einmal ganz, ganz groß werden.
00:26:23: Und wir haben in Deutschland doch auch große ländliche Räume,
00:26:28: in denen das Thema aktuell ist.
00:26:29: Erst einmal vielen Dank an euch, und
00:26:31: ich drücke euch die
00:26:32: Daumen.
00:26:32: Wir wissen jetzt, wo wir hier zusammensitzen, noch nicht,
00:26:36: wie der Start-up-Pitch
00:26:38: ausgegangen ist.
00:26:39: Alles klar, vielen Dank.
00:26:40: Danke.
00:26:41: Danke schön. Euch
00:26:42: auch.
00:26:43: ARC62 steht noch am Anfang – mit Tests und
00:26:47: Prototypen, etwa im Umfeld der Hochschule Biberach und in einem
00:26:51: Reallabor in Jena.
00:26:52: Dazu kommen mehrere gewonnene
00:26:54: Pitch-Wettbewerbe und eine echte
00:26:57: Pilotanwendung in der
00:26:58: Kreissparkasse Biberach.
00:27:01: Ob das System am Ende technisch
00:27:03: zuverlässig und wirtschaftlich
00:27:05: tragfähig im echten Ladenalltag
00:27:07: funktioniert, muss sich erst
00:27:09: noch zeigen.
00:27:10: Aber die Richtung – Nahversorgung dorthin zurückzubringen, wo sie
00:27:14: verloren gegangen ist – hat schon einiges für sich.
00:27:17: Impact, der für erfolgreiche Gründungen wichtig ist. Beim
00:27:23: Start-up BW Pitch dabei war auch das Team von Elastheal.
00:27:28: Elastheal ist ein MedTech-Start-up
00:27:30: der Universität Tübingen und
00:27:33: setzt auf eine synthetische
00:27:35: mRNA-basierte Technologie zur
00:27:37: Förderung der Elastinsynthese.
00:27:39: Sie bewirkt die körpereigene
00:27:41: Wiederherstellung der
00:27:42: Hautelastizität, verbessert damit die
00:27:45: Wundheilung und reduziert die
00:27:47: Narbenbildung deutlich.
00:27:48: Wundheilung
00:27:50: und Kosmetik sind dabei
00:27:52: nur zwei potenzielle
00:27:53: Einsatzfelder für eine
00:27:55: Entwicklung mit meines Erachtens
00:27:58: enormem Skalierungspotenzial im
00:28:01: internationalen Massenmarkt.
00:28:05: Spannend war auch mein Gespräch mit der Geschäftsführerin des
00:28:09: Biotech-Unternehmens Senara aus Freiburg, Svenja Dannewitz, auf
00:28:15: die ich im dunklen Labyrinth aus 30 Erlebnisstationen eher
00:28:19: zufällig getroffen bin.
00:28:22: Das 2022
00:28:23: gegründete Unternehmen
00:28:25: arbeitet an einer Technologie,
00:28:27: um echte Milch außerhalb des
00:28:29: Tierkörpers herzustellen.
00:28:31: Milchproduzierende Zellen werden in Bioreaktoren kultiviert und
00:28:36: geben dort in einem sogenannten kontinuierlichen
00:28:39: Hochdurchsatzverfahren Milch ab – ganz ohne Weideland,
00:28:44: Methanausstoß oder Tierleid.
00:28:47: Aktuell bewegt sich Senara im Pilotmaßstab.
00:28:51: Bis 2030 will
00:28:52: man auf eine deutlich größere
00:28:55: Produktionskapazität skalieren.
00:28:58: Und weil das Thema einfach zu spannend ist, um es hier nur in
00:29:03: ein paar kurzen Sätzen abzuhandeln, wird es in Kürze im
00:29:07: Founder Talks-Podcast ein ausführliches Interview mit
00:29:10: Svenja Dannewitz geben –
00:29:12: mit allen Details zur
00:29:13: Technologie, zum Geschäftsmodell
00:29:15: und zu den nächsten Schritten von
00:29:17: Senara.
00:29:18: Hört dann unbedingt wieder rein.
00:29:23: Und hier noch ganz kurz zwei wichtige Schlagzeilen für euch.
00:29:28: Da wäre zum einen die Nachricht,
00:29:29: die kurz vor dem Festival die
00:29:31: Runde gemacht hat: SAP übernimmt
00:29:33: das Freiburger KI-Start-up Prior
00:29:36: Labs.
00:29:37: Investitionsvolumen: über eine Milliarde Euro.
00:29:41: Gründer Frank Hutter saß tags darauf selbst auf der
00:29:44: Käpsele-Bühne und erzählte, wie die Universität Freiburg ihm für die Gründung
00:29:48: den Rücken freigehalten hat.
00:29:51: Auch Robin Rombach von Black
00:29:53: Forest Labs war wieder da –
00:29:55: mittlerweile mit seiner Firma
00:29:57: über drei Milliarden Dollar
00:29:58: bewertet.
00:29:59: Er ist im Gespräch mit
00:30:00: Investoren wie Elon Musk und
00:30:02: anderen.
00:30:03: Und trotzdem sein Statement auf der Bühne im Talk mit
00:30:06: der Handelsblatt-Hightech- und KI-Expertin Larissa Holzki:
00:30:11: Er will mit seiner Firma in Südbaden bleiben.
00:30:14: Good News für die Region.
00:30:17: Was war das nun, das Käpsele Innovation Festival?
00:30:22: Das Publikum des Festivals kam ganz überwiegend aus der Region
00:30:26: selbst: Basel, Freiburg, Straßburg, Offenburg und dem
00:30:31: Schwarzwald. Vom Rest Baden-Württembergs, geschweige denn
00:30:35: darüber hinaus, war abseits der landesweiten Pitch-Teilnehmenden
00:30:40: kaum jemand da.
00:30:41: Und weil gefühlt jeder
00:30:43: Hauptsponsor seine eigene Bühne
00:30:45: bekam, gab es fünf Programme
00:30:47: gleichzeitig, die parallel
00:30:49: liefen.
00:30:50: Sie waren spannend, aber es war eben
00:30:52: auch unmöglich, alles
00:30:53: mitzunehmen.
00:30:54: Und meist waren sich die Panel-Teilnehmenden
00:30:56: ohnehin einig: Es
00:30:59: braucht Innovation, die
00:31:00: Wirtschaft muss transformiert
00:31:02: werden, und man sollte doch jetzt
00:31:04: endlich vom Reden ins Tun
00:31:06: kommen.
00:31:06: Es waren Gespräche, oft nach dem
00:31:09: Motto: „Es wurde schon alles
00:31:11: gesagt, nur noch nicht von
00:31:13: jedem.“
00:31:15: Für die meisten Besucherinnen und Besucher stand am Ende sowieso das
00:31:18: Netzwerken im Vordergrund:
00:31:20: neue Kontakte knüpfen, bestehende Kontakte pflegen.
00:31:25: Den Anspruch, ein überregionales
00:31:27: Leuchtturm-Event zu sein,
00:31:30: kann das Käpsele Innovation
00:31:31: Festival aktuell noch nicht
00:31:33: ganz einlösen.
00:31:35: Hier gibt es noch Luft nach oben.
00:31:38: Mir persönlich hat zum Beispiel eine größere Ausstellungsfläche
00:31:42: mit konkreten Produkten und Services von Start-ups gefehlt.
00:31:47: Die spannenden Entwicklungen von
00:31:49: Fraunhofer, Hahn-Schickard
00:31:50: und den regionalen Hochschulen
00:31:52: zeigen zwar die beeindruckende
00:31:54: Forschungs- und Entwicklungstiefe
00:31:56: der Region. Für den konkreten
00:31:58: Einsatz in Unternehmen, also den
00:32:00: Product-Market-Fit,
00:32:02: haben sie aber oft noch
00:32:04: nicht den entsprechenden
00:32:05: Entwicklungsstand.
00:32:06: In meinen Augen dürfte dafür gerne auf ein Diskussionspanel
00:32:11: verzichtet werden, um mehr Platz für echte Lösungen zu schaffen.
00:32:17: So, das war der Bericht vom Käpsele Innovation Festival
00:32:21: 2026.
00:32:23: Die nächste Ausgabe des
00:32:24: Festivals findet übrigens am
00:32:26: 1. Juli 2027
00:32:28: wieder in der Messe
00:32:30: Freiburg statt.
00:32:31: Vielleicht ist „Founder Talks – der Podcast“ dann wieder vor Ort.
00:32:36: Wie immer gibt es alle Links und
00:32:39: weiterführenden
00:32:40: Informationen zu den
00:32:42: Gesprächspartnern und zum
00:32:43: Käpsele Innovation Festival in
00:32:46: den Shownotes.
00:32:48: Einfach einmal reinschauen.
00:32:51: Wenn euch die Folge gefallen
00:32:53: hat, abonniert „Founder Talks – der
00:32:54: Podcast“ auf eurer liebsten
00:32:57: Plattform.
00:32:58: Lasst uns gerne eine Bewertung da und schaut auch einmal auf
00:33:02: founder-talks.de vorbei.
00:33:05: Wir freuen uns, wenn ihr bei der
00:33:07: nächsten Folge wieder dabei
00:33:09: seid.
00:33:09: Bis dahin: Bleibt neugierig – und ganz nach dem Motto von Gielgen:
00:33:14: Die wahre Stärke ist die Fähigkeit zu handeln.
00:33:23: Founder Talks – der Podcast zu den
00:33:25: Themen Start-up,
00:33:26: Existenzgründung,
00:33:28: Unternehmensnachfolge und
00:33:29: Innovation.