Founder Talks - der Podcast

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00:00:03: Founder Talks, der Podcast zu

00:00:06: den Themen Startup,

00:00:07: Existenzgründung,

00:00:08: Unternehmensnachfolge und

00:00:10: Innovation.

00:00:14: Hallo und willkommen bei den Founder Talks.

00:00:17: Mein Name ist Holger Hagenlocher, am Telefon spreche

00:00:21: ich heute mit Sonja Schwarzkopf.

00:00:23: Sonja Schwarzkopf unterstützt

00:00:25: Gründerinnen und Gründer dort,

00:00:27: wo man Startups nicht immer

00:00:29: zuerst vermutet auf dem Land,

00:00:31: und zwar in Beeskow in

00:00:32: Brandenburg.

00:00:34: Das Incubator Village Beeskow

00:00:36: verbindet Coworking, digitale

00:00:39: Lernplattform, Mentoring,

00:00:40: Accelerator-Programm und

00:00:43: regionale Vernetzung.

00:00:45: Nach dem ersten Semester mit

00:00:47: zwanzig teilnehmenden Startups

00:00:49: sprechen wir darüber, wie

00:00:51: Gründungsförderung abseits der

00:00:53: großen Start-up Hotspots

00:00:54: funktioniert, welche Vorteile

00:00:57: der Standort bietet und was

00:00:59: Start-ups tun können, wenn Sie

00:01:01: sich für das Programm

00:01:02: interessieren.

00:01:03: Ja. Hallo Sonja, vielen Dank,

00:01:05: dass du Zeit für die Founder

00:01:06: Talks hast.

00:01:07: Ja, Holger, ich grüße dich auch.

00:01:09: Ich freue mich auch.

00:01:10: Ich freue mich auf das Gespräch.

00:01:11: Ja. Lass uns gleich einsteigen.

00:01:14: Was ist das?

00:01:14: Incubator Village in Beeskow.

00:01:18: Und wie erklärst du das Konzept?

00:01:19: Jemandem, der noch nie etwas

00:01:22: davon gehört hat, dass das

00:01:25: Incubator Village in Beeskow

00:01:26: ist?

00:01:26: Ein sogenanntes Start-up-Zentrum und gleichzeitig ein

00:01:31: wachsendes Gründungsökosystem im ländlichen Raum Brandenburgs.

00:01:35: Das bedeutet Startups, das sind Gründer und Gründerinnen, die

00:01:39: aus guten Ideen tragfähige Unternehmen entwickeln möchten.

00:01:43: Dabei unterstützen wir die.

00:01:46: Wir kombinieren das Ganze mit dem Standort in Beeskow.

00:01:49: Das ist auf der Spreeinsel auf der wunderschönen Spreeinsel,

00:01:51: muss ich dazu sagen.

00:01:53: Und zusammen mit einer digitalen Community und Lernplattform.

00:01:57: Das ist also ein hybrides Format.

00:02:00: Und das Ganze ist aus unserer

00:02:02: Sicht nach dem Motto von

00:02:04: Unternehmerinnen für

00:02:05: Unternehmer.

00:02:06: Also wir sind jetzt nicht so eine Theorieveranstaltung,

00:02:09: sondern bei uns passiert wirklich individuelles Mentoring

00:02:13: auch mit Praxiswissen aus der Erfahrung, aus der Praxis.

00:02:18: Und so wollen wir die jungen Gründer, also jung nicht

00:02:22: im Sinne von altersjung, sondern junge Unternehmen unterstützen,

00:02:26: ihren Weg zu gehen.

00:02:28: Ja, prima.

00:02:29: Was, Was ich von vornherein

00:02:31: schon ganz spannend fand Ihr

00:02:32: seid nicht in einem dieser Start

00:02:34: up Hotspots wie direkt in

00:02:37: Berlin, in München, in Hamburg,

00:02:38: vielleicht noch in Köln, sondern

00:02:40: in Beeskow.

00:02:41: Das habe ich vorher auf der Karte angesehen.

00:02:43: Das liegt so ungefähr im Dreieck.

00:02:45: Korrigiere mich, wenn es nicht stimmt.

00:02:47: Ungefähr im Dreieck Berlin, Frankfurt oder Cottbus.

00:02:51: Irgendwo da mittendrin.

00:02:53: Das ist richtig.

00:02:54: Ja. Wie?

00:02:55: Wie kommt man dazu, hier aufs Land zu gehen und dort so ein

00:03:00: Incubator Village zu gründen.

00:03:03: Ja, wir haben uns also wirklich

00:03:04: sehr bewusst für den Standort

00:03:06: entschieden.

00:03:08: Nicht nur Berlin, auch die anderen Hotspots.

00:03:10: München, wie auch immer, haben unzählige Angebote für Startups.

00:03:15: Ja, also das ist wirklich sehr vielfältig.

00:03:18: Und was dort aber auch fehlt, ist der Fokus.

00:03:20: Und wir haben uns für den ländlichen Raum entschieden,

00:03:23: weil die Gründer dort etwas ganz anderes finden, nämlich die Ruhe

00:03:26: zum Arbeiten.

00:03:28: Auch kurze Wege.

00:03:30: Im ländlichen Raum sind die

00:03:33: persönlichen Beziehungen eine

00:03:34: ganz andere.

00:03:35: Es ist ein ganz anderes Umfeld.

00:03:37: Man kann sich dort wirklich

00:03:38: fokussiert auf den Aufbau des

00:03:40: Unternehmens konzentrieren.

00:03:43: Ich sage das immer so eine Innovation ist nicht an eine

00:03:46: Großstadt-Postleitzahl gebunden.

00:03:47: Ja, also Ideen entstehen überall da, wo halt Raum gegeben wird.

00:03:52: Und wir denken, der ländliche

00:03:54: Raum bietet dort ideale

00:03:56: Rahmenbedingungen, um wirklich

00:03:58: aus dem Großstadtdschungel

00:04:00: herauszukommen und wirklich Ruhe

00:04:02: zu finden, um an seinem Geschäft

00:04:04: zu arbeiten.

00:04:08: Da habe ich jetzt gleich noch zwei Fragen dazu.

00:04:11: Und zwar, wenn ich auf die Internetseite gehe, dann sehe

00:04:14: ich da so nette Tiny Houses.

00:04:16: Irgendwie so, so so Dreieckhäuser.

00:04:20: Leben da dann die Startups oder

00:04:23: oder für was sind diese Häuser

00:04:25: da?

00:04:26: Also wir haben eine offene

00:04:28: Coworking-Fläche, also einen

00:04:30: offenen Raum, wo die

00:04:32: entsprechenden Unternehmen dort

00:04:33: zusammen sitzen können und sich

00:04:35: austauschen können.

00:04:36: Aber man braucht ja auch oft mal vielleicht mal so einen kleinen

00:04:38: Rückzugsort, wo man vielleicht auch Videocalls durchführen

00:04:41: kann oder auch einen Podcast aufnimmt, so wie wir heute.

00:04:45: Einfach um so ein bisschen

00:04:46: konzentrierter für sich zu

00:04:47: arbeiten.

00:04:47: Oder auch zu zweit.

00:04:49: Das sind die sogenannten Tiny Spaces.

00:04:51: Das ist also der ergänzende

00:04:53: Raum, um sich einfach mal

00:04:55: zurückzuziehen.

00:04:56: Dort kann man nicht übernachten.

00:04:58: Es gibt solche Tiny Spaces, wo man übernachten kann.

00:05:01: Da haben wir auch schon viele Ideen, wie wir das Ganze noch

00:05:03: ein bisschen ausbauen wollen.

00:05:05: Im Moment sind diese Tiny Spaces

00:05:06: aber tatsächlich zum Arbeiten

00:05:09: da.

00:05:10: Man kann sicherlich mal einen kurzen Powernap machen, aber es

00:05:12: gibt auch Jalousien, sodass man vielleicht mal kurz ein bisschen

00:05:15: Energie zu tanken.

00:05:16: Aber ansonsten sind das wirklich so kleine Rückzugsorte, um

00:05:20: konzentriert zu arbeiten.

00:05:22: Wenn ich richtig informiert bin,

00:05:23: dann verbindet ihr aber euer

00:05:25: eure Präsenz in diesem Incubator

00:05:28: Village mit einer digitalen

00:05:30: Plattform.

00:05:30: Wie kann man sich das vorstellen?

00:05:33: Also, was ich ja gerade schon

00:05:35: sagte, wir haben eine Coworking

00:05:36: fläche, also wirklich den

00:05:38: physischen Raum vor Ort in

00:05:39: Beeskow.

00:05:41: Wir kombinieren, das hatte ich

00:05:43: auch schon eingangs erwähnt, als

00:05:45: hybrides Format.

00:05:47: Also wir haben sogenannte

00:05:48: Vor-Ort-Phasen, sogenannte

00:05:50: Retreats.

00:05:51: Das ist meistens an einem

00:05:52: Wochenende, wo alle

00:05:53: zusammenkommen, sie

00:05:54: zusammenfinden.

00:05:55: Und wir haben sogenannte Remote-Phasen,

00:05:57: wo wir Online-Workshops anbieten.

00:06:01: Das Ganze wird koordiniert über unsere Community-Plattform, wo

00:06:05: alle Gründer sich registrieren, dort auch Möglichkeit haben,

00:06:10: sich untereinander auszutauschen, zu kollaborieren.

00:06:14: Und dort werden auch unsere

00:06:15: Lerninhalte bereitgestellt, so

00:06:18: dass man da jederzeit darauf

00:06:19: zugreifen kann.

00:06:20: Also es ist, wie gesagt, eine Kombination aus

00:06:21: Vor-Ort-Veranstaltungen und

00:06:25: Onlineformaten.

00:06:29: Okay, jetzt habe ich das auch verstanden.

00:06:31: Ja, das ist immer gar nicht so einfach, immer zu kapieren.

00:06:34: Aber deshalb machen wir ja auch

00:06:36: solche Gespräche, damit man es

00:06:37: erklären kann.

00:06:40: Jetzt mal: Welche Start-ups passen denn zu euch?

00:06:43: Also ist das nur für Menschen aus Berlin oder Brandenburg?

00:06:47: Und gibt es bestimmte Branchen, Schwerpunkte?

00:06:52: Wie habt ihr das ausgerichtet?

00:06:54: Also generell wir suchen keine

00:06:56: bestimmte Branche, Wir sind

00:06:57: branchenoffen.

00:06:59: Die Start-ups, die besonders gut zu uns passen, haben

00:07:01: idealerweise einen Bezug zum Thema Digitalisierung, zum Thema

00:07:05: Nachhaltigkeit, aber auch zum Thema regionale Wertschöpfung

00:07:10: also in Brandenburg.

00:07:13: Die Start-ups müssen ein paar Voraussetzungen erfüllen.

00:07:16: Sie müssen zum einen in

00:07:17: Brandenburg ansässig sein, weil

00:07:19: das ist die Voraussetzung für

00:07:21: unser Programm.

00:07:22: Und sie dürfen nicht älter als fünf Jahre alt sein.

00:07:26: Ansonsten sind wir da sehr offen.

00:07:29: Wichtig ist uns auch, vor allen Dingen neben der Idee natürlich

00:07:33: das Team dahinter.

00:07:34: Also Unternehmen bestehen ja aus Menschen idealerweise.

00:07:38: Und gute Gründer sind eigentlich

00:07:41: die Voraussetzung dafür, dass

00:07:42: auch ein gutes Geschäftsmodell

00:07:43: funktioniert.

00:07:45: Ja, absolut.

00:07:46: Die Menschen machen es letztendlich.

00:07:47: Und das ganze Business ist ja auch ein People Business.

00:07:50: Deshalb kommt es natürlich schon

00:07:52: ganz stark auf die Menschen an,

00:07:53: aber das bedeutet, die müssen

00:07:55: sich bei euch bewerben und ihr

00:07:57: wählt dann aus, wer zu euch

00:07:59: passt.

00:08:00: Richtig?

00:08:00: Korrekt.

00:08:00: Wir führen sogenannte Interviews durch.

00:08:02: Am Anfang und loten dann schon mal aus Worum geht es?

00:08:07: Und bekommen schon mal so ein Feeling?

00:08:10: Welches Team oder.

00:08:11: Es sind ja nicht nur Teams, es gibt auch viele Einzelgründer.

00:08:14: Wie ist so die Mentalität?

00:08:16: Wie ist das Mindset?

00:08:18: Hat er Lust darauf?

00:08:20: Glaubt er daran?

00:08:21: Weil das ist die Voraussetzung

00:08:22: auch dafür, dass er natürlich ja

00:08:25: auch dann von dem Programm

00:08:26: profitieren kann.

00:08:28: Also es sollte jetzt kein Hobby

00:08:30: nebenbei sein, sondern wirklich

00:08:31: schon auch der Wille da sein,

00:08:34: das wirklich auf die Straße zu

00:08:36: bringen.

00:08:36: Die Idee und das Programm sind zeitlich begrenzt.

00:08:40: Sechs Monate, wenn ich richtig

00:08:41: informiert bin, oder und und was

00:08:45: läuft dann in den sechs Monaten

00:08:47: ab?

00:08:47: Also du hast schon von den

00:08:48: Retreats gesprochen Und Und wie

00:08:51: läuft das dann insgesamt so

00:08:54: genau?

00:08:55: Also es ist sechs Monate, ist richtig.

00:08:57: Und ja, ich vielleicht mal so von der Chronologie her.

00:09:00: Wir starten immer mit einem

00:09:01: individuellen Onboarding oder

00:09:03: Kick-off, wo wir einfach noch

00:09:05: mal ganz im Detail herausfinden,

00:09:08: was sind die bestehenden

00:09:09: Herausforderungen?

00:09:10: Wo kann man jetzt wirklich in

00:09:11: den sechs Monaten intensiv

00:09:12: unterstützen?

00:09:14: Das Ganze passiert dann durch ein persönliches

00:09:17: 1:1-Mentoring, das heißt, man findet regelmäßig zusammen, natürlich

00:09:21: vorzugsweise dann über Videocalls, aber natürlich auch

00:09:25: persönlich, je nachdem.

00:09:26: Wir führen Workshops durch,

00:09:28: Online-Workshops, also sehr

00:09:30: interaktive Formate, aber auch

00:09:32: reine Wissensformate, wo

00:09:34: wirklich einfach nur Input

00:09:36: gegeben wird.

00:09:39: Je nach Anforderungen bieten wir

00:09:41: natürlich dann auch den Zugang

00:09:42: zu Netzwerkpartnern, sei es,

00:09:44: Investoren zu finden oder

00:09:47: irgendwelche anderen Kontakte

00:09:49: herzustellen.

00:09:50: Dann ist natürlich in den Retreats

00:09:52: auch der Austausch unter den

00:09:54: Gründern wichtig also dass sie

00:09:55: dort sich auch kennenlernen und

00:09:58: sich entsprechend vernetzen,

00:09:59: weil das auch ein sehr

00:10:01: wichtiger Aspekt ist.

00:10:03: Kann ich vielleicht gleich noch mal drauf eingehen.

00:10:05: Und ja, darüber hinaus bekommen

00:10:07: sie einfach die gesamte

00:10:08: Coworking-Infrastruktur.

00:10:10: Also sie können halt vor Ort

00:10:11: dann dort sitzen, arbeiten,

00:10:12: Kaffee, Tee, Wasser, alles was

00:10:14: man so braucht, Internet und

00:10:17: genau.

00:10:17: Und das Ganze wird dann halt von uns begleitet.

00:10:21: Also das erste Semester ist jetzt abgeschlossen.

00:10:23: Und was war das Ergebnis?

00:10:26: Was war dein Eindruck?

00:10:28: Haben die Startups davon partizipiert?

00:10:31: Haben sie sich weiterentwickelt?

00:10:34: Sind auch welche in die Sackgasse gelaufen?

00:10:37: Erzähl doch einfach mal ein bisschen.

00:10:39: Ja, gerne.

00:10:40: Ja, das war in der Tat sehr interessant.

00:10:42: Also die erste große Erkenntnis, die wir gewonnen haben, war,

00:10:46: dass die Gründer eigentlich nicht Informationen brauchen.

00:10:49: Jeder hat Zugang zu Wissen, also jedenfalls die meisten.

00:10:52: Die brauchen einfach

00:10:53: Orientierung, weil viele

00:10:55: verzetteln sich, wissen nicht,

00:10:57: wo sie die Prioritäten richtig

00:10:58: setzen sollen.

00:11:00: Viele waren auch sehr dankbar,

00:11:01: einfach ehrliches Feedback zu

00:11:03: bekommen, auch von Leuten, die

00:11:05: halt auch schon mal durch

00:11:06: ähnliche Situationen gegangen sind

00:11:07: oder die auch dieselben

00:11:09: Aufgabenstellungen hatten.

00:11:11: Deswegen ist auch zum anderen

00:11:12: das persönliche Mentoring und

00:11:14: der Austausch auf Augenhöhe so

00:11:15: wichtig.

00:11:17: Weil Gründen kann ja auch sehr einsam machen.

00:11:19: Viele sitzen in ihrem Kämmerlein

00:11:21: und haben einfach nicht so das

00:11:23: Feedback, was sie vielleicht

00:11:24: benötigen.

00:11:25: Das ist auf jeden Fall die erste

00:11:27: große Erkenntnis, die wir

00:11:28: gewonnen haben.

00:11:29: Und es gibt sicherlich welche,

00:11:32: die ja, ich sage mal so auf

00:11:34: halber Strecke, ja, denen so ein

00:11:36: bisschen dann, wie soll ich

00:11:37: sagen, der Sprit ausgegangen

00:11:39: ist, die dann vielleicht zum

00:11:40: einen erkannt haben, dass es

00:11:42: doch nicht das ist, was ich möchte,

00:11:43: oder das Geschäftsmodell trägt

00:11:45: nicht.

00:11:46: Da gibt es vielfältige Gründe, warum.

00:11:49: Dann waren es in der ersten, im ersten Semester waren es drei.

00:11:54: Warum man dann also warum diejenigen dann gesagt haben

00:11:56: Nein, wir legen das beiseite, wir verfolgen das nicht weiter.

00:12:01: Und die anderen sind aber nach wie vor am Start.

00:12:03: Jetzt nach meinem aktuellen

00:12:05: Wissensstand natürlich, und

00:12:07: wollen das auf jeden Fall weiter

00:12:09: weiterverfolgen.

00:12:10: Du hast schon vorher kurz angemerkt, dass die Finanzierung

00:12:14: ja auch ein Thema ist und ich könnte mir auch vorstellen, dass

00:12:17: viele Start-up-Teams genau dort an eine Schwelle kommen, wo sie

00:12:22: eben nicht weiterwissen, weil dann muss man skalieren, dann

00:12:25: muss man den Vertrieb aufbauen, das Marketing forcieren und da

00:12:31: fehlt es ja dann oft am Geld.

00:12:32: Und wie unterstützt ihr da in dem Bereich?

00:12:36: Also wir müssen natürlich erst

00:12:37: mal am Anfang herausfinden, was

00:12:39: macht Sinn.

00:12:40: Es gibt ja immer so die Mär: Wir sind ein Venture-Capital-Case.

00:12:45: Ehrlicherweise muss man ja

00:12:46: sagen, das sind die wenigsten

00:12:48: Start-ups.

00:12:49: Auch jetzt gerade in unserem Bereich in Brandenburg, da gibt

00:12:53: es keine Unicorns.

00:12:54: Also das sind vielleicht zwei bis fünf Prozent der Start-ups.

00:12:58: So. Und deswegen, ja, wie soll ich das formulieren?

00:13:03: Sehr diplomatisch.

00:13:04: Wollen wir die erstmal davon abbringen?

00:13:06: Also ihr seid kein VC Case, das ist schon mal vorab.

00:13:08: Also kann natürlich sein, aber in den meisten Fällen ist es

00:13:11: nicht so und dann überlegt man sich was passt zu euch?

00:13:14: Welche Art der Finanzierung?

00:13:16: Und da schaffen wir halt auch

00:13:17: entsprechenden Zugang zu

00:13:19: Beratern.

00:13:20: Auch die Investitionsbank des Landes Brandenburg gibt ja auch

00:13:24: ganz viele Beratungsangebote und so hangelt man sich dann lang.

00:13:29: Was passt für dich? Passt ein Bankkredit oder Bootstrapping?

00:13:32: Oder such dir einen Business Angel oder wie auch immer.

00:13:36: Und so wird das ganze Konzept dann geschnürt.

00:13:39: Also, es liegt in der Natur der Sache:

00:13:41: Es ist immer sehr

00:13:42: individuell.

00:13:43: Es gibt ja keine pauschale

00:13:45: Lösung für das Thema

00:13:47: Finanzierung.

00:13:48: Okay, also wird die Finanzierung ganz individuell angepasst.

00:13:52: Aber jetzt noch mal zum Networking und zur Community.

00:13:55: Wie wichtig ist denn die

00:13:57: Community unter den Gründern

00:13:59: denn?

00:13:59: Oder unter den Startups?

00:14:01: Also wir erachten die Community als sehr wichtig, extrem wichtig.

00:14:05: Ich sagte ja, ich wiederhole mich jetzt.

00:14:07: Gründen kann sehr einsam machen.

00:14:10: Und wir stellen auch fest,

00:14:11: unabhängig von der Branche, dass

00:14:12: sich viele Herausforderungen

00:14:13: ähneln.

00:14:15: Das hängt auch nicht unbedingt

00:14:16: mit dem Geschäftsmodell

00:14:17: zusammen.

00:14:17: Und wenn die Gründer dann merken

00:14:20: auch jetzt in den Retreats Hey,

00:14:23: die anderen haben genau

00:14:24: dieselben Fragen, dann entsteht

00:14:27: da so eine Art

00:14:27: Vertrauensverhältnis.

00:14:28: Man tauscht sich aus und es

00:14:30: entstehen ja auch teilweise

00:14:32: Kooperationen oder auch

00:14:34: Freundschaften.

00:14:35: Natürlich oft auch neue Geschäftsideen.

00:14:38: Ja, und deswegen sehen wir die Community nicht als Add-on,

00:14:41: sondern sie ist ein Kernbestandteil.

00:14:44: Das ist uns auch sehr wichtig und das fördern wir auch.

00:14:47: Wir geben also den Leuten auch

00:14:49: wirklich Raum, sich

00:14:50: untereinander auszutauschen.

00:14:52: Also wirklich Pausen zu machen, obwohl das natürlich ein sehr

00:14:56: durchgetaktetes Programm ist, immer an den Wochenenden, aber

00:15:00: immer viele Pausen, dass die wirklich auch Zeit haben,

00:15:02: untereinander zu reden.

00:15:04: Und wenn sie sich dann mal

00:15:05: connected haben, natürlich dann

00:15:07: auch in Peergroups oder wie auch

00:15:08: immer, sich weiter dann auch

00:15:09: unabhängig von uns, dass wir das

00:15:10: steuern.

00:15:11: Sich dann zu treffen und sich zu besprechen.

00:15:15: Jetzt kommen wir mal zu dir.

00:15:17: Man wacht ja nicht morgens auf

00:15:20: und steht aus dem Bett auf

00:15:22: und sagt okay, ich mache jetzt

00:15:24: Gründungsförderung.

00:15:25: Sondern da ist ja meistens ein

00:15:27: Weg dahinter, wie man denn

00:15:28: tatsächlich zur

00:15:29: Gründungsförderung kommt, wie

00:15:31: man die Idee hat, so ein

00:15:33: Incubator Village

00:15:34: tatsächlich aufzubauen.

00:15:35: Wie war das denn bei dir?

00:15:38: Ja, ich bin tatsächlich schon viele Jahre lang Unternehmerin.

00:15:41: Ich habe relativ früh

00:15:43: angefangen, mit 23

00:15:44: Jahren.

00:15:45: Das hat sich einfach so ergeben.

00:15:46: Das hatte ich gar nicht geplant.

00:15:48: Wie das so oft so ist.

00:15:49: Ich bin dann mehr oder weniger so reingekommen, war die letzten

00:15:53: zehn, zwanzig Jahre wirklich mehr im Thema Beratung

00:15:57: unterwegs, habe aber auch viel dadurch mitgenommen gelernt.

00:16:01: Also das ganze Unternehmertum von Erfolge, Krisen, Neuanfang.

00:16:08: Also ich habe wirklich alles durch und das nicht nur einmal.

00:16:11: Und deswegen habe ich mir

00:16:13: irgendwann gedacht Hey, warum

00:16:14: gebe ich nicht einfach mein

00:16:15: Wissen, was ich gesammelt habe,

00:16:16: an andere Gründer und

00:16:18: Gründerinnen weiter?

00:16:20: Weil mich einfach fasziniert, wenn wenn Menschen aus einer

00:16:23: Idee irgendwas Reales machen.

00:16:25: Und ich habe festgestellt, dass mir das enorm Spaß macht.

00:16:28: Und ich bin auch der Meinung,

00:16:30: ich kann doch den einen oder

00:16:31: anderen sinnvollen und

00:16:33: hilfreichen Rat geben und

00:16:34: unterstützen.

00:16:35: Und ja, so bin ich dazu gekommen.

00:16:39: Und Insofern habe ich auch vor,

00:16:42: dass noch viele weitere Jahre zu

00:16:43: machen.

00:16:44: Ja, und wer steht dann jetzt hinter dem

00:16:47: Incubator Village?

00:16:49: Das bist nicht du alleine,

00:16:51: sondern das sind ja noch mehr

00:16:52: Menschen beteiligt.

00:16:53: Das ist richtig.

00:16:54: Genau.

00:16:55: Das Incubator Village wird von

00:16:56: der Valuedfriends Workspaces

00:16:58: betrieben.

00:17:00: Das ist so ein Teil eines

00:17:02: größeren unternehmerischen

00:17:03: Ökosystems.

00:17:04: Also, wir vereinen halt die

00:17:06: Themen Gründung, Coworking,

00:17:07: Unternehmertum und

00:17:09: Innovationsförderung.

00:17:11: Wir sind bei Valuedfriends.

00:17:13: Vier Equity-Partner haben sich

00:17:16: zusammengefunden, um diese

00:17:17: Themenbereiche abzudecken.

00:17:19: Wie ich gerade schon sagte, wir kommen ursprünglich aus der

00:17:21: Beratung, haben unsere Positionierung aber die letzten

00:17:24: Jahre noch ein bisschen angepasst in die Richtung halt

00:17:28: Ökosystem für Startups.

00:17:31: So, und wie wir an das Projekt gekommen sind: Es gab halt eine

00:17:35: Förderung vom Land Brandenburg und vom EFRE,

00:17:38: das ist der Europäische Fonds für regionale Entwicklung.

00:17:42: Und beauftragt sind wir von der

00:17:44: Investitionsbank des Landes

00:17:45: Brandenburg, der ILB.

00:17:46: Und ja, das war eine Ausschreibung, sag ich jetzt

00:17:49: mal, für die wir dann den Zuschlag erhalten haben.

00:17:53: Das wurde ausgeschrieben vom Land, und ihr habt euch da wie

00:17:56: die Start-ups bei euch.

00:17:58: Habt ihr euch mit eurem Konzept beworben?

00:18:01: Genau.

00:18:01: Und ich sage auch immer ganz gerne Wir sind ja eigentlich

00:18:03: auch als Incubator, als Start-up, wenn man so will, weil ja,

00:18:08: weil wir haben ja angefangen jetzt im Januar dieses Jahres

00:18:10: und sind dabei, das aufzubauen.

00:18:13: Ich ziehe da immer so ganz gerne die Parallelen.

00:18:15: Wir lernen ja auch jeden Tag dazu.

00:18:18: Und insofern ist das ja ganz spannend, das so aus beiden

00:18:22: Perspektiven zu betrachten.

00:18:25: Ja, eindeutig.

00:18:26: Start-up kann in verschiedenen Dimensionen ablaufen.

00:18:29: Und genau, genau.

00:18:31: Aber was kostet denn jetzt die Teilnahme für die Start-ups, die

00:18:34: zu euch kommen?

00:18:36: Also die Teilnahme für Start-ups ist kostenlos.

00:18:39: Wie gesagt, das wird ja

00:18:40: gefördert durch das Land

00:18:41: Brandenburg.

00:18:44: Und insofern ist die Teilnahme kostenlos.

00:18:47: Aber wir erwarten natürlich schon, wenn man sich jetzt

00:18:49: committet und gerne teilnehmen möchte, etwas Verbindlichkeit.

00:18:54: Also die Leute sollen schon

00:18:55: bereit sein, dann aktiv

00:18:56: mitzuarbeiten, auch auch die

00:18:58: Chancen und die Angebote zu

00:19:00: nutzen, weil nur so macht das ja

00:19:02: auch Spaß.

00:19:02: Und ergibt das Sinn?

00:19:03: Also wenn jetzt jemand sagt, ich mache mit, aber ist da nie bei

00:19:06: den Workshops dabei oder bei den Retreats, dann ist das dann auch

00:19:10: ein bisschen ja schade.

00:19:13: Deswegen ist es kostenfrei.

00:19:15: Aber was wir erwarten ist

00:19:16: Einsatz und ja, der Wille und

00:19:18: Motivation.

00:19:20: Jetzt noch mal zum Standort in Brandenburg.

00:19:23: Was denkst du, was ist dort?

00:19:25: Oder in Brandenburg oder auch

00:19:26: für dich und euer Incubator

00:19:28: Village die größere Aufgabe

00:19:30: Village die größere Aufgabe?

00:19:30: Ist es die Aufgabe, einzelne

00:19:32: Startups tatsächlich zum Erfolg

00:19:34: zu führen oder ein dauerhaftes

00:19:38: Gründungsökosystem in der Region

00:19:40: aufzubauen.

00:19:41: Hm, also ich sag mal so eigentlich beides, aber ich

00:19:46: glaube langfristig langfristig gesehen ist der Aufbau eines

00:19:49: Ökosystems dann schon wichtiger, weil ein einzelnes Startup kann

00:19:52: ja dann auch erfolgreich werden.

00:19:54: Aber wir wollen ja auch die

00:19:56: nächsten Jahre ein

00:19:57: funktionierendes Ökosystem dort

00:19:59: haben, wo auch weitere und immer

00:20:01: wieder neue Unternehmen

00:20:02: entstehen.

00:20:03: Und das Programm von der ILB

00:20:07: beziehungsweise vom Land Brandenburg

00:20:09: läuft bis Ende 2028,

00:20:11: und unser Ziel ist schon auch

00:20:13: darüber hinaus, das weiter

00:20:15: fortzuführen.

00:20:16: Also dann ohne Förderung, wie wir das dann genau machen.

00:20:19: Das ist jetzt natürlich schon ein bisschen vorgegriffen.

00:20:21: Es ist noch nicht spruchreif,

00:20:22: aber deswegen ist es schon auch

00:20:24: wichtig, da ein funktionierendes

00:20:26: Ökosystem aufzubauen und auch zu

00:20:28: halten.

00:20:29: Es soll keine Eintagsfliege sein.

00:20:32: Ja, also das ist schon auch wirklich ein Anliegen.

00:20:34: Wenn ich jetzt ein Startup bin aus Brandenburg und ich höre

00:20:40: dieses Gespräch und sage: Okay, das interessiert mich sehr.

00:20:43: Wie kann ich denn jetzt Kontakt

00:20:47: zu dir aufnehmen, zu euch

00:20:48: aufnehmen?

00:20:49: Oder was sollte ich als allererstes tun?

00:20:51: Also als allererstes natürlich gerne über unsere Website gehen.

00:20:56: Incubator Village Beeskow.

00:20:58: Dort gibt es einen

00:20:59: Bewerbungsbutton, den kann man

00:21:01: aktivieren.

00:21:02: Da werden ein paar Sachen abgefragt.

00:21:04: Das Ganze geht dann bei uns ein und dann vereinbaren wir auch

00:21:08: erstmal so ein erstes Kennenlernen, Interview,

00:21:11: Kennenlerngespräch und dann nimmt der Prozess seinen Lauf.

00:21:15: Also entweder stellt man fest Hey, super, das passt perfekt.

00:21:18: Dann geht es weiter oder es

00:21:20: kristallisiert sich heraus Ja,

00:21:22: vielleicht doch nicht so ganz

00:21:23: unser Thema, weil ich ja sagte

00:21:25: eben, wir sind schon so ein

00:21:27: bisschen auf die Bereiche

00:21:28: Nachhaltigkeit und

00:21:29: Digitalisierung fokussiert.

00:21:31: Da sprechen wir aber dann auch gerne Empfehlungen aus,

00:21:34: welches Accelerator-Programm

00:21:36: vielleicht für diese Thematik passender wäre.

00:21:39: Du hast vorher gesagt, die Startups dürfen maximal oder die

00:21:42: jungen Unternehmen dürften maximal fünf Jahre alt sein.

00:21:46: Ja, müssen sie denn schon?

00:21:48: Müssen sie denn schon gegründet sein?

00:21:50: Oder reichen auch gute Ideen?

00:21:53: Wenn sie eine gute Idee haben, sagen: Wir haben eine Idee,

00:21:55: wir wollen das durchziehen. Unterstützt ihr uns?

00:21:58: Reicht das?

00:21:59: Jein.

00:21:59: Also wenn wir mit denen reden,

00:22:00: müssen sie noch nicht gegründet

00:22:01: haben.

00:22:02: Aber zum Start des Semesters müssen sie gegründet haben.

00:22:06: Das ist auch eine Voraussetzung vom Land Brandenburg.

00:22:11: Also es muss schon irgendeine Rechtsform vorhanden

00:22:15: sein, sage ich jetzt mal so.

00:22:16: Genau, also der

00:22:18: Themenschwerpunkt

00:22:18: Nachhaltigkeit, der kann ja ganz

00:22:20: breit sein.

00:22:21: Auch Digitalisierung kann ja relativ breit sein.

00:22:24: Also das ist ja gar nicht so stark eingegrenzt.

00:22:27: Wenn ich nachdenke über Unternehmen, die in ganz anderen

00:22:32: Branchen aktiv sind.

00:22:33: Da ist ja auch Digitalisierung und Nachhaltigkeit inzwischen

00:22:36: ein ganz, ganz wichtiges Thema.

00:22:38: Insofern lässt sich da die

00:22:40: Brücke sicher auch ganz gut

00:22:42: bauen.

00:22:44: Ihr seid auch offen für internationale Gründerinnen und

00:22:47: Gründer, oder ist das tatsächlich aus dem.

00:22:51: Du hast vorhin schon gesagt, die

00:22:52: müssen in Brandenburg ansässig

00:22:54: sein, also Leute, die jetzt aus

00:22:57: Österreich zuhören oder sonst

00:22:58: was, die können jetzt nicht nach

00:23:00: Brandenburg gehen und das mit

00:23:01: euch machen.

00:23:02: Doch, das können sie.

00:23:03: Wir haben jetzt tatsächlich in

00:23:04: unserem zweiten Semester auch

00:23:06: ein Unternehmen aus Österreich

00:23:08: dabei.

00:23:09: Also Sie müssen entweder in

00:23:11: Brandenburg gegründet haben oder

00:23:12: aber eine Niederlassung in

00:23:13: Brandenburg eröffnen.

00:23:14: Und das ist ja dann auch möglich.

00:23:16: Selbst ich sage jetzt mal aus

00:23:17: Österreich oder woher auch

00:23:19: immer.

00:23:20: Also internationale Gründer,

00:23:22: sind immer willkommen,

00:23:23: weil unser hybrides Modell das

00:23:25: ja auch echt super möglich

00:23:26: macht.

00:23:27: Dadurch, dass wir viele Online

00:23:28: Workshops und Formate anbieten,

00:23:30: ist das ja wirklich sehr

00:23:32: unkompliziert deswegen.

00:23:34: Sofern sie bereit sind,

00:23:36: wenn sie keine Sitzverlegung machen möchten,

00:23:37: eine Niederlassung zu

00:23:39: eröffnen,

00:23:40: dann immer sehr gerne.

00:23:43: Okay.

00:23:44: Super.

00:23:44: Das ist ja ganz spannend.

00:23:46: Damit erweitert man natürlich den Radius. Eine Filiale oder

00:23:50: eine Niederlassung zu gründen.

00:23:52: Das ist ja auch kein Hexenwerk.

00:23:54: Du hast vorhin erzählt, dass du

00:23:56: selber schon relativ viel

00:23:58: Unternehmenserfahrung hast,

00:24:00: indem du auch schon Krisen

00:24:01: durchgemacht hast und die

00:24:02: Höhenflüge und alles, was zum

00:24:04: Unternehmertum dazugehört.

00:24:06: Was würdest du jetzt Startups

00:24:09: oder Existenzgründenden raten, die

00:24:11: ganz am Anfang stehen und nicht

00:24:13: wissen und einschätzen können,

00:24:15: ob ihre Idee tatsächlich

00:24:17: tragfähig ist?

00:24:18: Ja, also ich stelle oder wir stellen sehr oft fest: Viele

00:24:23: Gründer haben eine Idee und verlieben sich so direkt in ihre

00:24:26: Lösung, ohne sich überhaupt darüber Gedanken zu machen:

00:24:30: Hat das Ganze überhaupt potenzielle Kunden?

00:24:33: Also wird das überhaupt angefragt oder nachgefragt?

00:24:37: Also der erste Rat ist ganz klar:

00:24:39: Die Startups sollten sich so

00:24:41: früh wie möglich mit

00:24:42: potenziellen Kunden in

00:24:43: Verbindung setzen, sei es um

00:24:45: irgendwelche Umfragen oder

00:24:48: Testkunden.

00:24:48: Wie auch immer, um

00:24:49: herauszufinden Wird das

00:24:51: überhaupt angenommen?

00:24:52: Ist die Lösung so

00:24:56: attraktiv, dass sie wirklich ein

00:24:57: Problem löst.

00:24:59: So, und das ist ganz oft am

00:25:01: Anfang der Fall: so produkt- oder

00:25:03: dienstleistungsverliebt.

00:25:04: Aber hey, wer soll das denn kaufen?

00:25:06: Und ist überhaupt jemand bereit, dafür Geld auszugeben?

00:25:09: Das wäre so mein Rat, immer ganz am Anfang.

00:25:14: Tolle Lösung, aber braucht die Welt das so?

00:25:18: Absolut, ja.

00:25:18: Also zum einen muss es ein

00:25:20: Problem lösen, zum anderen muss

00:25:22: auch die Bereitschaft bei den

00:25:24: Kunden da sein, dass tatsächlich

00:25:25: für diese Lösung bezahlt wird.

00:25:27: Ja, ja, ja, was sind sonst so typische Fehler von Gründenden

00:25:32: oder Start-ups in der Frühphase, die du sagst?

00:25:36: Darauf müssen Sie achten.

00:25:37: Das sollte man vermeiden.

00:25:39: Ja, viele sind zu zaghaft.

00:25:41: Viele bauen so im stillen Kämmerlein vor sich hin und

00:25:44: trauen sich nicht so richtig, weil sie immer denken, es ist

00:25:47: noch nicht fertig.

00:25:48: Es ist noch nicht perfekt.

00:25:49: Ich finde, das ist ein Fehler.

00:25:52: Also man sollte möglichst viel

00:25:53: rausgehen, testen, Feedback

00:25:55: einholen und einfach daraus

00:25:56: lernen und das weiter zu

00:25:57: optimieren.

00:25:59: Weil perfekt ist nie irgendwas.

00:26:01: Viele verpassen auch einen Zeitpunkt, weil sie

00:26:04: dachten, es ist noch nicht perfekt und dann ist die Lösung

00:26:07: schon längst von jemand anderem angeboten und insofern

00:26:11: ist es dann überholt und kann wieder von vorne anfangen.

00:26:15: Also Perfektion muss nicht sein.

00:26:17: Am Anfang einfach loslegen, machen und einfach lernen.

00:26:22: So, und der Rest wird sich dann

00:26:23: wirklich in den meisten Fällen

00:26:25: finden.

00:26:26: Das ist einer der häufigsten

00:26:28: Fehler, die ich feststelle, zu

00:26:30: lange vor sich hin machen und

00:26:31: sich nicht so richtig trauen,

00:26:33: damit rauszugehen und mal

00:26:35: abzufragen Hey.

00:26:36: Wie kommt das an?

00:26:37: Und was kann ich verbessern?

00:26:40: Ja, wenn ich es mal

00:26:41: zusammenfasse, was du gerade

00:26:42: sagst.

00:26:42: Keine Angst vor Feedback?

00:26:44: Genau.

00:26:46: Ja, genau.

00:26:48: Also, es ist natürlich.

00:26:49: Es gehört immer Mut dazu.

00:26:50: Man kommt aus seiner Komfortzone raus.

00:26:52: Aber das gehört dazu.

00:26:53: Nee, ich habe da Respekt vor.

00:26:56: Ich kann das auch sehr gut nachvollziehen.

00:26:58: Man muss dann einfach über

00:26:59: seinen Schatten springen und

00:27:01: mutig sein.

00:27:02: Genau.

00:27:02: Und keine Angst haben, weil was soll passieren?

00:27:06: Im besten Falle wertvolles

00:27:08: Feedback und im schlimmsten

00:27:09: Falle man hat die Erkenntnis es

00:27:11: funktioniert nicht.

00:27:12: Ist ja auch dann auch insofern dann positiv.

00:27:15: Also man spart viel Zeit und

00:27:18: viel Geld, wenn man tatsächlich

00:27:19: erkennt nee, das kann nicht

00:27:20: funktionieren.

00:27:21: Okay, noch mal zurück zu eurem

00:27:25: Standort, weil das ist ja was

00:27:27: ganz Besonderes.

00:27:30: Was würdest du den Startups

00:27:32: raten, die denken, wir sind ja

00:27:34: hier völlig abgekoppelt im

00:27:36: ländlichen Raum.

00:27:38: Überall spielt die Musik und wir sitzen hier in unserem Dorf oder

00:27:41: in unserer kleinen Gemeinde.

00:27:43: Und wir haben gar keine Infrastruktur oder sonst was.

00:27:47: Wäre da der Rat: Sie sollen sich einfach an euch wenden und dann

00:27:49: wird alles gut.

00:27:52: Im Zweifel ja.

00:27:54: Nein, nein, ernsthaft.

00:27:55: Also es ist ja nicht so, nur weil man jetzt im ländlichen

00:27:58: Raum vielleicht gründet, dass man jetzt sich komplett

00:28:00: abkapselt von Berlin, München, wie auch immer.

00:28:03: Man muss das ja nicht

00:28:04: ausschließen, man kann das ja

00:28:06: auch kombinieren.

00:28:08: Es ist ja auch wichtig, dann

00:28:09: vielleicht aus den Hotspots dann

00:28:11: auch mal Inspiration und Impulse

00:28:13: mitzunehmen.

00:28:15: Aber was ich eingangs sagte.

00:28:19: Wir haben halt in Beeskow die Ruhe und den Fokus.

00:28:21: Und wir haben auch durch das

00:28:23: Feedback, was wir jetzt bekommen

00:28:24: haben, dass die Leute wirklich

00:28:25: sagen, ich habe es wirklich in

00:28:27: einer Woche vor Ort hier auf der

00:28:29: Spreeinsel mehr geschafft als in

00:28:31: einem Monat in dem Hotspot

00:28:34: Berlin.

00:28:34: Weil ich hier keine Ablenkung habe.

00:28:37: Also so und auch generell so

00:28:41: Unternehmertum kann überall

00:28:43: entstehen.

00:28:44: Warum immer in den Großstädten?

00:28:46: Und der ländliche Raum ist halt sehr persönlich auch.

00:28:51: Natürlich muss man das mögen.

00:28:52: Es gibt ja Leute, die sagen Oh je, auf gar keinen Fall.

00:28:56: Aber ich glaube grundsätzlich viele sind froh, dass sie so

00:29:01: einen Ruhepol finden, dass sie dann auch mal durchatmen können

00:29:04: und dann auch den Blick in die Ferne schweifen lassen können,

00:29:08: ins Grüne und sich da einfach zu besinnen und ja, wirklich den

00:29:12: Fokus einfach herzustellen.

00:29:15: Deswegen also nicht abgekoppelt

00:29:16: von den Hotspots, aber trotzdem

00:29:19: ländlicher Raum, die Vorteile

00:29:21: nutzen.

00:29:22: Und dort gibt es auch Infrastruktur.

00:29:24: Man kann essen gehen, übernachten.

00:29:25: Alles wunderbar.

00:29:28: Also langweilig wird es einem dort nicht.

00:29:30: Ja, sicher.

00:29:31: Und Und und.

00:29:32: Dazu gibt es ja im ländlichen

00:29:33: Raum auch noch viel

00:29:34: Entwicklungsmöglichkeiten.

00:29:35: Wo gibt es Flächen?

00:29:36: Wo gibt es vielleicht sogar leerstehende Industriegebäude

00:29:40: oder Lofts oder was auch immer, die man gut nutzen kann?

00:29:43: Besser als im ländlichen Raum geht es kaum.

00:29:46: Ja, wenn ich noch kurz ergänzen darf.

00:29:49: Holger, sorry,

00:29:49: ganz kurz, weil das ist

00:29:50: vielleicht auch nicht so

00:29:51: unerheblich wichtig, weil man

00:29:54: darf auch nicht vergessen

00:29:55: erst mal Brandenburg.

00:29:57: Es gibt vielfältige Förderprogramme, die nicht so

00:30:01: überlaufen sind wie in Berlin.

00:30:03: Das ist ein absolutes Argument

00:30:06: und gerade auch für Unternehmen

00:30:08: der Gewerbesteuerhebesatz, den

00:30:10: muss man ja nur mal als

00:30:11: Unternehmer auch

00:30:11: berücksichtigen, ist

00:30:13: vergleichsweise niedrig.

00:30:15: Also das ist auch einer der

00:30:18: Vorteile, die man im ländlichen Raum genießen darf.

00:30:23: Jetzt zum Abschluss die Internetadresse von euch.

00:30:26: Ich schreibe ja immer am Ende alles in die Shownotes und

00:30:30: gebe die Links rein.

00:30:31: Das kann sich jeder natürlich

00:30:32: noch mal anschauen beim Podcast

00:30:35: selber.

00:30:35: Aber vielleicht nennst du jetzt

00:30:37: noch einmal die Internetadresse,

00:30:39: wie man mit euch Kontakt

00:30:40: aufnehmen kann.

00:30:41: Ja, sehr gerne.

00:30:42: Das ist incubator-village-beeskow.com.

00:30:48: Okay, das haben wir jetzt alle registriert.

00:30:50: Dann sage ich jetzt einfach mal

00:30:52: vielen, vielen Dank, liebe

00:30:53: Sonja, für das super spannende

00:30:55: und interessante Gespräch und

00:30:58: euch in Beeskow toi, toi, toi,

00:31:01: damit alles gut läuft, auch für

00:31:03: die Zukunft.

00:31:04: Ja, ich danke dir, Holger, vielen Dank für das Gespräch und

00:31:07: für die Zeit.

00:31:08: Danke dir.

00:31:12: Founder Talks, der Podcast zu den

00:31:15: Themen Startup,

00:31:16: Existenzgründung,

00:31:17: Unternehmensnachfolge und

00:31:19: Innovation.