Der Podcast zu den Themen Startups und Existenzgründung - mit Benedikt Brüne und Holger Hagenlocher
00:00:03: Founder Talks, der Podcast zu
00:00:06: den Themen Startup,
00:00:07: Existenzgründung,
00:00:08: Unternehmensnachfolge und
00:00:10: Innovation.
00:00:14: Herzlich willkommen bei den Founder Talks.
00:00:16: Mein Name ist Holger Hagenlocher.
00:00:19: Heute geht es um Innovation und um die Frage, was Unternehmen
00:00:22: brauchen, damit aus neuen Ideen tatsächlich Zukunft entsteht.
00:00:27: Dazu spreche ich mit Dr. Christoph Dill.
00:00:30: Er ist Berater, Business Angel,
00:00:33: Innovationslotse und Gründer
00:00:36: sowie geschäftsführender
00:00:38: Gesellschafter der
00:00:39: Unternehmensberatung Lumanaaa.
00:00:41: Wir sprechen darüber, was Innovation eigentlich bedeutet.
00:00:45: Welche Kultur und Strukturen sie braucht und wie Unternehmen sie
00:00:49: ganz konkret fördern können.
00:00:51: Hallo Christoph, schön, dass du Zeit für die Founder Talks hast.
00:00:55: Hi. Grüß dich.
00:00:56: Schön, hier zu sein.
00:00:56: Ich freue mich drauf.
00:00:57: Wunderbar.
00:00:58: Christoph, Lass uns gleich einsteigen.
00:01:01: Ihr habt gerade eure
00:01:02: Veranstaltung UNLEARN.InnoCube
00:01:05: hinter euch.
00:01:06: Wie war die Veranstaltung?
00:01:08: Und zum Thema Was müssen Unternehmen denn heute zuerst
00:01:11: verlernen, um überhaupt wieder Neues sehen zu können?
00:01:17: Ich würde sagen, die Veranstaltung war klasse.
00:01:19: Ich fand sie super.
00:01:21: Eines der Feedbacks war: „Ich war geflasht.“
00:01:24: Es ist ja nicht immer so.
00:01:28: Wir haben Menschen
00:01:29: überrascht mit der Art und
00:01:30: Weise, wie wir es gemacht haben,
00:01:31: weil es war keine alltägliche
00:01:32: Veranstaltung.
00:01:33: Es ist einfach anders gemacht, als man das erwartet, wenn man
00:01:35: auf eine Tagung geht.
00:01:36: Und es tat gut, weil das gleich
00:01:38: mal aus diesem Trott raus
00:01:40: bringt.
00:01:41: Alles immer gleich und alles immer sowieso.
00:01:43: Ich bin bin sattelfest, was kommt.
00:01:46: Diese Überraschungsmomente
00:01:48: machen mich neugierig, um Neues
00:01:49: zu lernen.
00:01:50: Und das war so unser Grundansatz zu sagen Wir wollen Neues lernen
00:01:55: können da drin.
00:01:56: Also muss ich auch Altes
00:01:57: aufgeben, weil wenn ich die Welt
00:01:59: immer durch meine angestammte
00:02:01: Art und Weise betrachtet, dann
00:02:03: kriege ich immer die gleichen
00:02:03: Antworten.
00:02:04: Und das ist der dieser anderen
00:02:06: Moment zu sagen Hör mal auf,
00:02:08: durch deine alte Brille zu
00:02:09: gucken, guck mal durch eine
00:02:10: andere Brille und guck, was
00:02:12: passiert, wenn du durch diese
00:02:13: Brille schaust, ob du andere
00:02:15: Erkenntnisse hast, die dich
00:02:17: weiterbringen.
00:02:18: Das war die Idee und das hat gut geklappt.
00:02:21: Bevor wir aber tiefer jetzt in
00:02:23: Ins Thema einsteigen Du bist
00:02:27: Gründer und Geschäftsführer bei
00:02:29: Lumanaaa.
00:02:30: Für alle, die Lumanaaa noch nicht
00:02:32: kennen, mit was beschäftigt ihr
00:02:33: euch?
00:02:34: Erzähl einfach mal in zwei, drei
00:02:36: Sätzen und stell das
00:02:38: Unternehmen vor.
00:02:40: Ja, also wir haben ein sehr, sehr breites Sortiment.
00:02:42: Wir sind nicht von der Überschrift her.
00:02:44: Bezeichne eine klassische
00:02:45: Strategie und
00:02:45: Organisationsberatung.
00:02:47: Also wir begleiten in
00:02:48: Veränderung und führen in die
00:02:50: neue Welt.
00:02:51: Und das führen wir über sehr, sehr viele Fachthemen.
00:02:54: Also von der Frage Wie funktioniert Vertrieb in
00:02:56: Zukunft, Was ist die strategische Ausrichtung
00:02:58: Richtung deiner Firma.
00:03:00: Wie funktioniert Innovation?
00:03:01: Wie musst du produzieren oder Leistung erbringen?
00:03:04: Serviceleistungen erbringen?
00:03:06: Wie funktioniert Führung?
00:03:07: Zusammenarbeit?
00:03:08: All diese Themen aus unterschiedlichsten Perspektiven
00:03:11: begleiten wir Organisationen.
00:03:13: Klassische Kunden sind mittelständische Unternehmen.
00:03:16: Also ich sage jetzt mal so
00:03:17: zwischen ein hundert fünfzig und
00:03:20: 1.000 Mitarbeiter. Das ist
00:03:21: so etwas wie unser Sweet Spot.
00:03:22: Wir sind in
00:03:24: Summe 27 Leute,
00:03:26: also relativ großes Team schon
00:03:27: mittlerweile und machen daher
00:03:29: auch ganz verschiedene Sachen,
00:03:31: weil wir die Kunden integrativ
00:03:34: begleiten.
00:03:35: Okay, klasse.
00:03:36: Du hast mir auch im Vorgespräch verraten, Ihr habt auch eine
00:03:39: ganz besondere Rechtsform.
00:03:41: Vielleicht auch dazu noch ein paar Sätze.
00:03:45: Ja, gerne auch aus dem Rahmen nicht sprengt.
00:03:49: Also wir sind vom Prinzip her eine Gesellschaft mit gebundenem
00:03:53: Kapital, das heißt unsere Gewinne sind dafür da, die
00:03:58: Mitarbeitenden zu bezahlen und die Zukunft zu stärken.
00:04:02: Wir haben per Definition keine Gewinnausschüttung.
00:04:07: Das heisst, das Geld, das wir gemeinsam verdient haben, bleibt
00:04:10: in der gemeinsamen Firma.
00:04:11: Um gemeinsam in die Zukunft zu machen.
00:04:13: Das ist so eine Art, ich sage jetzt mal Pakt für die Zukunft
00:04:19: über die Generationen hinweg, weil das sichert sozusagen, dass
00:04:23: die Firma als als Firmenkörper von einer Generation zur
00:04:26: nächsten gehen kann und nicht irgendwann durch Exit-Verkäufe
00:04:31: klassisch an den Rand getrieben wird, weil jemand unheimlich
00:04:34: viel Geld bezahlen muss, um diese Firma zu kaufen.
00:04:37: Das ist für kleine Firmen oft ein harter Punkt und deswegen
00:04:40: haben wir uns entschieden.
00:04:41: Wir wollen das eben sozusagen im Kollektiv halten.
00:04:45: Das führt einfach dazu, dass wir unsere Mitarbeitenden solide
00:04:49: entlohnen und das, was übrig bleibt, eben dafür nutzen,
00:04:52: Zukunft zu machen.
00:04:53: Jetzt aber zum eigentlichen Thema unseres Gesprächs.
00:04:56: Wir machen ja die Founder
00:04:57: Talks zum Thema
00:04:59: Existenzgründung, Startups,
00:05:02: Unternehmensnachfolge und, ganz
00:05:03: wichtig, Innovation. Und den
00:05:06: Begriff Innovation
00:05:08: Den hört man überall und Innovation ist notwendig.
00:05:11: Aber warum müssen Unternehmen denn überhaupt innovativ sein?
00:05:16: Ja, das ist eine gute Frage.
00:05:18: Also generell würde ich sagen
00:05:19: innovativ muss man nicht
00:05:21: unbedingt sein.
00:05:22: Es gibt tolle Produkte, die sich nicht verändern und die über
00:05:24: Jahrtausende gleich bleiben. Da liegt die Innovation
00:05:28: oftmals darin, nichts zu ändern.
00:05:31: Also eine gut angebaute
00:05:33: Kartoffel bleibt eine gut
00:05:35: angebaute Kartoffel, die
00:05:36: schmeckt.
00:05:37: Und die wird.
00:05:38: Also die Innovation, die ich da
00:05:40: machen kann, ist nicht, indem
00:05:42: ich die Kartoffel ändere, weil
00:05:43: es kein neues Produkt braucht und es gibt
00:05:45: einen Markt für die Kartoffel.
00:05:46: Die Innovation liegt eher darin,
00:05:49: sie so gut anzubauen, dass
00:05:51: dieser Geschmack optimal
00:05:52: sich ausprägen kann.
00:05:53: Und das ist eher eine schrittweise Innovation, wenn
00:05:56: man so will.
00:05:56: Also etwas radikal Neues.
00:05:58: Also solche Sachen gibt es auch,
00:05:59: aber es gibt auch Märkte und das
00:06:03: ist, würde ich sagen, die
00:06:04: Mehrzahl der Märkte im Moment,
00:06:06: die in extremen Umbrüchen sind,
00:06:09: weil sich die Bedürfnisse rapide
00:06:11: ändern.
00:06:13: Also egal welches Beispiel wir nehmen, ob wir das Auto
00:06:16: anschauen und schauen, was da gerade an Innovation passiert.
00:06:19: Schlussendlich wird das Auto,
00:06:21: das wir in zehn, zwanzig Jahren
00:06:22: haben, wenig mit dem zu tun
00:06:24: haben, das wir vor zehn Jahren
00:06:25: hatten.
00:06:26: Und wenn ich mich nicht weiterentwickle und nichts
00:06:29: neu mache,
00:06:30: Dann werde ich künftig nichts mehr verkaufen.
00:06:33: Und deswegen brauche ich als Unternehmen Innovation.
00:06:37: Aber nicht jede gute Idee ist eine Innovation.
00:06:41: Man muss auch Kunden dafür finden, die dafür bezahlen,
00:06:44: und die Idee erfolgreich im Markt platzieren.
00:06:48: Mhm.
00:06:49: Ja, unbedingt.
00:06:50: Also, wenn wir wieder von der
00:06:51: Begriffsdefinition mal ganz
00:06:53: scharf kommen, dann ist ja der
00:06:54: Unterschied zwischen Invention
00:06:56: und Innovation.
00:06:58: Genau das ist der Punkt: Innovation ist am Markt erfolgreich.
00:07:01: Per Definition bin ich nur dann innovativ, wenn ich etwas mache,
00:07:05: was auch jemand kauft.
00:07:06: Oft denken wir halt vom Produkt aus und nicht vom Markt aus.
00:07:11: Und da besteht dann die Gefahr,
00:07:13: dass ich mich in Ideen verliebe,
00:07:16: die ich total geil finde, aber
00:07:18: vielleicht mein Kunde gar nicht
00:07:19: braucht.
00:07:20: Und da kommt auch diese ganze Featuritis, sage ich immer.
00:07:24: Also diese Dinge, wo es halt irgendwelchen Kram gibt, an
00:07:26: Produkten dran, wo jeder sagt, wozu ist dieses Häkchen jetzt
00:07:29: auch noch geben?
00:07:30: Oder diese Öse brauche ich gar nicht.
00:07:33: Da hat sich irgendjemand was
00:07:34: ausgedacht, der nicht weiß, wie
00:07:36: das Produkt im Markt eingesetzt
00:07:38: wird.
00:07:38: Und deswegen ist es, glaube ich, so wichtig, wenn wir Innovation
00:07:41: denken, dass wir immer die Frage stellen: Wer ist mein Kunde, was
00:07:45: braucht er ganz genau und wie kann ich dessen Leben
00:07:49: erfolgreicher, besser machen?
00:07:51: Und das ist ein Maßstab dafür, was wirklich aus der Invention
00:07:54: eine Innovation macht: dass ich Erfolg damit habe.
00:07:58: Du hast gerade schon das Stichwort genannt.
00:08:00: Man geht von Produkten meistens
00:08:02: aus, wenn man von Innovation
00:08:03: spricht.
00:08:04: Aber wenn wir jetzt mal dein
00:08:05: Beispiel deiner Kartoffeln
00:08:06: nehmen und dann können doch auch
00:08:10: Dienstleistungen, Ernteprozesse
00:08:13: in dem Fall oder die Art der
00:08:15: Zusammenarbeit im Markt auch
00:08:18: innovativ sein.
00:08:20: Unbedingt.
00:08:20: Das ist eine super Brücke. Gerade in so einem Markt, wo wir sehr
00:08:24: beständige Sachgüter haben, heißt das noch lange nicht, dass die Art
00:08:28: und Weise, wie ich sie in Verkehr bringe, gleich bleibt.
00:08:30: Also egal, ob es der Ernteprozess oder der
00:08:33: Verkaufsprozess, also so was wie die Gemüsekiste zum Beispiel
00:08:37: viele Bio-Läden machen.
00:08:39: Also ich komme mit meinem Transporter und du kriegst jede
00:08:41: Woche eine Gemüsekiste.
00:08:43: Das ist eine klassische
00:08:44: Innovation für Menschen, die
00:08:46: diese Art von Lebensmittel
00:08:48: wollen.
00:08:48: Das Produkt ändert sich gar nicht. Aber Menschen, die nicht die Zeit
00:08:51: oder die Lust haben, auf den Markt zu gehen und dort zu kaufen,
00:08:54: Die kriegen halt abends die
00:08:55: Kiste hingestellt, einmal die
00:08:56: Woche.
00:08:57: Und genau das ist eine
00:08:59: Dienstleistungsinnovation,
00:09:00: die einen Markt bedient.
00:09:05: Also, wenn man mal Vergleich macht über viele Jahre früher
00:09:08: hat jeder irgendwo gekauft und es gibt offensichtlich Menschen,
00:09:11: die das so kaufen.
00:09:12: HelloFresh ist ein schönes Beispiel dafür.
00:09:16: Das Produkt selbst ist nicht
00:09:17: neu, aber die Art und Weise, wie
00:09:18: es hingestellt wird, ist eben
00:09:20: neu.
00:09:20: Und das ist natürlich ein ganz großes Feld von Innovation.
00:09:23: Du hast vorher schon gesagt, ihr arbeitet hauptsächlich.
00:09:27: Korrigiere mich, wenn es nicht
00:09:28: stimmt für mittelständische
00:09:29: Unternehmen.
00:09:31: Und jetzt bin ich ein
00:09:32: mittelständischer Unternehmer
00:09:33: und sage: Wir müssen innovativ
00:09:36: werden.
00:09:36: Wie kann ich denn Innovation erzeugen?
00:09:39: Kann ich das systematisch
00:09:41: rangehen, um Innovation zu
00:09:42: erzeugen?
00:09:43: Oder muss ich da die Bedingungen
00:09:45: schaffen und dann hoffen, dass
00:09:47: meine Mitarbeitenden gute Ideen
00:09:50: haben?
00:09:50: Oder wie geht man da vor?
00:09:52: Ich glaube, was ich auf jeden
00:09:53: Fall kann, ist Bedingungen
00:09:55: schaffen, dass keine Innovation
00:09:56: entsteht.
00:09:59: Das heißt, ich sollte mir schon
00:10:00: überlegen, was brauche ich an
00:10:02: Rahmenbedingungen, dass
00:10:03: überhaupt Innovation entstehen
00:10:04: kann, Dass Leute neu denken
00:10:05: dürfen. Neudenken ist nicht
00:10:07: möglich, wenn es keine
00:10:08: Freiräume gibt.
00:10:09: Wenn die Regel heißt: Wir
00:10:12: machen das weiterhin so,
00:10:14: weil wir das schon immer so
00:10:15: gemacht haben,
00:10:16: Dann werde ich an der Stelle
00:10:17: nicht innovative Produkte
00:10:19: erzeugen können.
00:10:20: Also das ist etwas, was ich mir schon organisatorisch immer
00:10:23: überlegen muss Inwiefern ist Andersdenken überhaupt erlaubt?
00:10:27: Aber das ist notwendig, aber nicht hinreichend.
00:10:30: Also das ist schön, wenn Leute
00:10:32: neu denken und Kreativität gibt,
00:10:33: wenn es Raum gibt, darüber
00:10:34: nachzudenken.
00:10:35: Das heißt aber noch lange nicht,
00:10:37: dass deswegen was Gescheites
00:10:38: rauskommt.
00:10:39: Wenn ich den Teil anschaue, dann
00:10:41: gibt es für mich zwei
00:10:43: Perspektiven.
00:10:44: Das eine ist die Perspektive des Kunden und des Marktes, das
00:10:48: andere die Perspektive der Technologie.
00:10:52: Beides brauche ich, um neue
00:10:54: Produkte oder Leistungen zu
00:10:56: entwickeln.
00:10:56: Also wenn ich jetzt klassische mittelständische
00:10:59: Unternehmen anschaue und sage: Okay, was haben wir denn da?
00:11:02: Wir sollten Menschen haben, die Ahnung haben, wie der Markt
00:11:06: funktioniert und wie die Kunden ticken, was die brauchen.
00:11:09: Und wir sollten Menschen haben, die Ahnung haben, was morgen
00:11:14: technologisch möglich ist.
00:11:16: Da können wir jetzt wirklich in die Tiefe steigen.
00:11:18: Wenn du magst, gib mir einen Hinweis, ob ich da mal Beispiele
00:11:21: bringen soll dazu.
00:11:22: Ja, ja, gerne.
00:11:23: Ja, ja.
00:11:24: Also simples Beispiel Wir haben Herbstpilzzeit.
00:11:31: Wenn ich in den Wald gehen will, um Pilze zu sammeln, brauche
00:11:34: ich, wenn ich nicht ganz super sicher bin, ein Nachschlagewerk,
00:11:38: um zu gucken, ob der Pilz giftig oder essbar ist.
00:11:42: Früher war das klassisch das Buch.
00:11:44: Ich nehme mein Pilzbuch mit
00:11:46: durch den Wald und gucke mir die
00:11:47: Pilze an.
00:11:49: Das Problem war gelöst für den Kunden.
00:11:51: Ganz simpel: Der Kunde hatte
00:11:53: seine Erfahrung und sein
00:11:54: Nachschlagewerk.
00:11:54: Er ging durch den Wald und konnte Pilze bestimmen.
00:11:57: Es wird auch nicht besser mit einer neuen Lösung, wie man
00:12:00: Pilze erkennt, weil unterm Strich das Ergebnis bleibt.
00:12:05: Ein essbarer Pilz, den ich essen kann und essen will.
00:12:07: Und ein schönes Abendessen. Was
00:12:10: es heute gibt, wenn ich von der
00:12:11: Technologieseite schaue,
00:12:13: hat sich dramatisch
00:12:14: verändert.
00:12:14: Dieses Einsatzfeld ist das Internet, das wir überall haben.
00:12:20: Mit dem Internet, das ich im
00:12:21: Wald habe, habe ich plötzlich
00:12:23: die Möglichkeit, im Internet
00:12:24: nachzugucken.
00:12:25: Ist der Pilz, der vor mir steht, essbar?
00:12:29: Jetzt mit KI und Bilderkennung
00:12:30: kann ich also ein Foto von
00:12:32: diesem Pilz machen, schicke es
00:12:33: ins Web und die KI sagt mir zurück:
00:12:36: Guck dir mal noch die und die
00:12:37: Stelle an, die konnte ich nicht
00:12:38: genau erkennen.
00:12:39: Wenn die so und so aussieht, dann ist es der Pilz.
00:12:40: Wenn die so aussieht, dann ist es der Pilz.
00:12:44: Im Ergebnis ist es genau das Gleiche wie beim Pilzbuch.
00:12:46: Da stand es im Text drin.
00:12:48: In der App ist es, ich sage jetzt mal, vielleicht ein
00:12:51: bisschen bequemer, vielleicht auch ein bisschen schlechter.
00:12:53: Das kann jeder für sich bewerten, wie er will.
00:12:55: Wenn du kein Netz hast, dann
00:12:57: hast du plötzlich kein Ergebnis
00:12:58: mehr.
00:12:59: Also technologische Entwicklungen
00:13:02: haben neue Möglichkeiten
00:13:03: geschaffen, an die bei der
00:13:05: Erfindung des Internets oder des
00:13:07: mobilen Internets über
00:13:08: WLAN beziehungsweise GSM-Technologie noch
00:13:12: niemand beim Pilzesammeln gedacht hat.
00:13:14: Aber für den Anwendungsfall gibt
00:13:17: es durch diese neue Technologie
00:13:18: jetzt eine völlig neue
00:13:19: Lösungsform.
00:13:20: Es ist eine ganz andere Lösungsform
00:13:25: für das gleiche Problem: einen richtigen Pilz zu erkennen
00:13:29: und zu wissen, ob er essbar ist.
00:13:31: Ein Satz noch: Man muss wissen, ob der Zielkunde,
00:13:34: der Pilze sammeln geht, überhaupt daran interessiert ist, das mit dem Handy
00:13:37: zu machen. Denn die Technologie an sich ist ja genial, aber stell dir
00:13:40: die 80-jährige Oma vor.
00:13:42: Die wird wahrscheinlich nicht mit der KI reden wollen.
00:13:46: Darum ist wichtig: Wer macht das?
00:13:49: Gibt es genügend Menschen, die bereit sind, mit dem Handy und
00:13:53: einer App in den Wald zu gehen und Pilze zu sammeln?
00:13:58: Oder gibt es die gar nicht?
00:14:00: Davon hängt es dann auch ab.
00:14:02: Eindeutig.
00:14:03: Das ist tatsächlich die Kundenorientierung.
00:14:06: Aber wenn wir jetzt noch mal unternehmensintern schauen.
00:14:09: Technologie ist hier natürlich eine große Hilfe.
00:14:13: Und man kann Prozesse
00:14:15: beschleunigen, kann sie
00:14:16: effizienter gestalten.
00:14:17: Aber oft scheitert es ja dann
00:14:19: tatsächlich auch an der
00:14:20: Unternehmenskultur.
00:14:22: Die Fehlerkultur zum Beispiel, hierarchische Entscheidungswege,
00:14:27: Budgets, die begrenzt sind.
00:14:30: Kann denn Innovation überhaupt
00:14:33: unter solchen Rahmenbedingungen
00:14:34: entstehen?
00:14:35: Technik hin oder her.
00:14:38: Ja, das sind also genau diese Rahmenbedingungen.
00:14:42: Die sind spannend.
00:14:43: Also wenn man jetzt wieder an
00:14:44: diesem Pilzbeispiel
00:14:45: ableiten, dann haben wir einfach
00:14:46: den Punkt, dass irgendjemand
00:14:47: überzeugt ist, das Produkt ist
00:14:49: super Oder jemand überzeugt ist
00:14:51: Das Produkt ist furchtbar
00:14:52: schlecht.
00:14:53: Und wenn derjenige, der das gut oder schlecht findet, im Top-
00:14:57: Management ist, hat das eine ganz andere Gewichtung, als wenn
00:15:01: das der Produktmanager ist.
00:15:03: Und das ist genau das, was du ansprichst.
00:15:06: Also diese, diese Atmosphäre,
00:15:08: diese Diskussion, diese Frage,
00:15:10: ob wir uns darüber austauschen
00:15:11: dürfen übergreifend und ob da,
00:15:14: ob wir eine offene Diskussion
00:15:16: haben oder ob es ohnehin schon
00:15:18: klar ist Die Alten haben immer
00:15:20: recht, die Jungen haben keine
00:15:21: Ahnung.
00:15:22: Wenn etwas nicht funktioniert, dann wird auf den eingehackt, der die
00:15:27: Idee eingebracht hat.
00:15:28: Das war ja immer klar, dass du Ideen hast.
00:15:30: Damit zerstöre ich natürlich jegliche Form von Innovation.
00:15:33: Also da kann ich das verhindern, was ich meine.
00:15:36: Wenn ich Innovation will, dann
00:15:38: muss ich ja eine Kultur
00:15:40: schaffen, in der ich innovativ
00:15:43: sein darf und auch Fehler machen
00:15:46: darf, in der Diskussion und
00:15:47: Austausch entsteht.
00:15:48: Wenn das nicht da ist, wird es schwierig.
00:15:52: Aber du hast schon angedeutet,
00:15:53: letztlich ist es dann doch auch
00:15:55: ein ganz wichtiges Element,
00:15:58: oder?
00:15:59: Letztlich ist das ein ganz
00:16:00: wichtiges Element, wie die
00:16:01: Führung praktisch die Innovation
00:16:03: begünstigt.
00:16:04: Also die ganze Führungskultur
00:16:08: letztendlich in einem
00:16:09: Unternehmen.
00:16:10: Wie sollte denn so ein
00:16:11: Unternehmen organisatorisch
00:16:12: aufgestellt sein, damit
00:16:14: Innovation nicht an
00:16:16: Abteilungsgrenzen, an
00:16:17: Hierarchien oder Zuständigkeit
00:16:19: scheitern?
00:16:21: Das ist ein super spannender, super schwieriger Punkt, den du
00:16:25: nicht so einfach mit
00:16:26: richtig oder
00:16:27: falsch beantworten kannst.
00:16:29: Also wenn ich mal die Perspektive eines
00:16:31: mittelständischen Unternehmers nehme, der so ein paar Hundert
00:16:34: Mann Laden hat, Eigentümer ist.
00:16:38: Der will ja nur das Beste für sein Unternehmen.
00:16:41: Er will neue Produkte haben, die zukunftssicher sind.
00:16:44: Also das ist für einen
00:16:45: Unternehmer, was extrem wichtig
00:16:47: ist.
00:16:47: Wie ändert sich denn der Bedarf meiner Kunden?
00:16:50: Was muss ich denn tun, um weiterhin Geld zu verdienen?
00:16:53: Das sind strategische Grundfragen, die er sich stellt.
00:16:56: Gleichzeitig hat so ein Unternehmen mit 200 Mitarbeitern
00:17:00: von der Größenordnung natürlich ein,
00:17:03: zwei, drei Produktmanager.
00:17:05: Deren Aufgabe ist es zum Beispiel, aus dem Markt Impulse
00:17:09: aufzunehmen und herauszufinden, was die Kunden brauchen.
00:17:11: Und genauso haben sie eins,
00:17:13: zwei, drei Entwicklungsmanager
00:17:15: oder Entwickler, die sich mit
00:17:16: Technologien beschäftigen und
00:17:19: rausfinden, was man anders
00:17:21: machen kann.
00:17:22: Und jetzt ist natürlich
00:17:23: organisatorisch gesehen eine
00:17:25: unfaire Diskussion.
00:17:28: Wenn ich als Produktmanager
00:17:30: sage, das ist das geilste
00:17:31: Produkt ever.
00:17:32: Muss ich die Konsequenzen nicht ausbaden.
00:17:35: Ausbaden muss sie aber der Unternehmer.
00:17:37: Weil wenn das schiefgeht, hängt
00:17:38: vielleicht die Zukunft des
00:17:39: Unternehmens dran.
00:17:40: Und deswegen ist diese Diskussion über Innovation immer
00:17:44: extrem emotional aufgeladen, weil sie so wichtig ist.
00:17:50: Weil es um so viel geht.
00:17:51: Es geht um die Zukunft.
00:17:53: Und weil die Konsequenzen so unterschiedlich sind.
00:17:56: Ich als Unternehmer sage Wenn es
00:17:59: schief geht, ist vielleicht mein
00:18:00: Unternehmen futsch.
00:18:02: Ich als Mitarbeiter sage Wenn das schief geht, muss ich
00:18:05: vielleicht mich neu bewerben.
00:18:06: Das ist eine ganz andere Konsequenz.
00:18:08: Und deswegen ist die Diskussion
00:18:11: immer, immer schwierig und es
00:18:12: ist wichtig.
00:18:13: Deine Frage war ja Wie macht man es richtig?
00:18:16: Wir brauchen eine Kultur, in der wir diese verschiedenen
00:18:19: Perspektiven sehen und verstehen und erlauben dürfen, weil beide
00:18:23: Perspektiven sind richtig.
00:18:24: Der junge Kollege, der im
00:18:26: Produktmanagement da ist, der
00:18:28: will sich einbringen, der hat
00:18:29: Ideen.
00:18:30: Und der sieht die Welt ganz
00:18:31: anders als ein 55-
00:18:33: Jähriger.
00:18:33: Vollkommen klar.
00:18:34: Und das ist total wertvoll.
00:18:35: Aber es braucht eine gewisse Achtung vor dem Geschäftsführer,
00:18:39: dessen Lebenssituation und dem, was es bedeutet, in so ein Risiko
00:18:43: reinzuspringen oder nicht.
00:18:44: Und umgekehrt genauso.
00:18:46: Ja, also dieses Ich muss es als Geschäftsführer auch
00:18:51: wertschätzen, dass da jemand ist, der sich mit ganzem Herzen,
00:18:54: ohne Unternehmer zu sein, mit ganzem Herzen diesem Neuen
00:18:57: verschreibt und Ideen einliefert und mitgestalten will.
00:19:01: Und wenn wir diese Zuwendung zueinander haben.
00:19:04: Klingt ein bisschen esoterisch, Aber wenn wir einfach anständig
00:19:07: miteinander umgehen, wenn wir verstehen wollen, wie der andere
00:19:10: tickt und das erlauben, dann haben wir eine Chance, dass
00:19:13: daraus etwas entsteht, dass daraus daraus entsteht.
00:19:17: Eben genau dieser gute Diskurs über neue Ideen.
00:19:20: Und da geht es.
00:19:21: Daraus kann Einigkeit entstehen, weil wir einen Meinungsaustausch haben.
00:19:25: Nicht, weil wir an festgefahrenen
00:19:26: Meinungen hängen, sondern weil wir
00:19:28: miteinander reden, nicht
00:19:29: übereinander.
00:19:30: Und das sind halt ganz menschliche Dinge am Ende.
00:19:33: Ja, es ist wirklich ein
00:19:35: spannendes Thema und ich finde,
00:19:37: du hast das auch gut erklärt, wo
00:19:39: da der Knackpunkt tatsächlich
00:19:41: steht.
00:19:41: Denn der Unternehmer muss
00:19:42: natürlich schauen, dass sein
00:19:44: Unternehmen erfolgreich
00:19:45: in die Zukunft geht.
00:19:47: Gleichzeitig kann er sich, muss er offen sein für die Anregungen
00:19:51: und für die Ideen, für die Innovation in der Entwicklung
00:19:55: oder im Produktmanagement.
00:19:57: Da haben es natürlich große,
00:19:58: erfolgreiche Unternehmen deutlich
00:20:01: einfacher.
00:20:02: Wenn man an Bosch und andere denkt, die dann ja Corporate
00:20:06: Startups etablieren, die dann da einfach mal wochenlang,
00:20:11: vielleicht auch monatelang an ihrer Innovation, an ihrem neuen
00:20:15: Produkt tüfteln können.
00:20:16: Und das läuft parallel.
00:20:18: Während bei mittelständischen
00:20:20: Unternehmen muss das ja im
00:20:22: laufenden Prozess operativ
00:20:23: ablaufen.
00:20:24: Also insofern ist es da ganz
00:20:27: wichtig, diese Kultur des Hörens
00:20:29: und Gehörtwerdens
00:20:33: zu praktizieren.
00:20:35: Ich glaube, ein Punkt, den ich da noch reinbringen möchte,
00:20:38: ist die Frage: Was ist Innovation genau an der Stelle?
00:20:41: Wenn wir von Innovation sprechen, haben wir oft bestimmte Bilder.
00:20:45: Ich sage immer das neue iPhone oder überhaupt das iPhone.
00:20:48: Ja, wir wollen etwas ganz bahnbrechend Neues erfinden.
00:20:51: Ganz viel Innovation, die wir
00:20:53: machen, ist nicht so
00:20:54: bahnbrechend neu, weil sie in
00:20:57: unseren angestammten Märkten
00:20:59: bleiben.
00:20:59: Also der Kunde gar kein neuer ist.
00:21:02: Weil wir vielleicht nur Technologieübertrag machen.
00:21:06: Was in dem Markt funktioniert, funktioniert auch in dem Markt.
00:21:08: Das klingt alles nicht so
00:21:10: verrückt, aber das sichert
00:21:11: unsere Zukunft.
00:21:13: Das sind solide, gute
00:21:14: Innovationen, aber keine
00:21:16: Weltrevolutionen.
00:21:18: Wenn du dir diesen klassischen Mittelständler anschaust, dann
00:21:21: lebt er genau davon zu sagen Hier kenne ich mich aus, in
00:21:25: diesen Technologien kenne ich mich aus oder in diesen Märkten
00:21:28: kenne ich mich aus.
00:21:29: Und aus diesem Wissen heraus mache ich für genau diesen
00:21:32: Bereich was Neues.
00:21:34: Und das ist auch sehr, sehr innovativ.
00:21:36: Es klingt nur nicht so sexy wie.
00:21:39: Ich habe jetzt die Uhr neu
00:21:41: erfunden, das Telefon neu
00:21:42: erfunden.
00:21:43: Es ist halt eine
00:21:44: Weiterentwicklung für einen
00:21:46: definierten Userkreis.
00:21:51: Der damit mehr Leistung bekommt und mehr Wert bekommt.
00:21:54: Und auch das ist Innovation.
00:21:56: Verstehe ich gut.
00:21:57: Es gibt natürlich auch die Automobilzulieferbranche.
00:22:01: Das ist uns beide nicht fremd,
00:22:03: dass die ja jetzt gerade vor dem
00:22:05: Problem stehen.
00:22:05: Die waren jahrzehntelang die
00:22:07: ausgelagerte Werkbank von großen
00:22:09: Automobilkonzernen.
00:22:11: Jetzt auf einmal sind die
00:22:12: Produkte fast schon obsolet für
00:22:14: den Verbrennungsmotor.
00:22:15: Und da muss man natürlich schauen, wie kann ich meine mein
00:22:20: bestehendes Know-how für neue Produkte einsetzen oder wo kann
00:22:25: ich in neue Branchen reingehen?
00:22:26: Auch das ist ja ein innovativer
00:22:28: Prozess, hier neue Märkte zu
00:22:31: suchen.
00:22:33: Also wenn ich jetzt malen könnte, würde ich die Ansoff-
00:22:35: Matrix hinmalen. Die trägt auf den Achsen auf:
00:22:39: Auf der einen Seite ist das Produkt neu ja oder nein, auf
00:22:42: der anderen Seite ist der Markt neu Ja oder nein?
00:22:45: Und es ist genau das, was du gerade beschreibst.
00:22:47: Als Automobilzulieferer bin ich ja nicht ein Produktspezialist,
00:22:52: sondern ein Prozessspezialist.
00:22:54: Ich kann besonders gut Spritzgießen.
00:22:56: Ich kann besonders gut drehen,
00:22:57: ich oder irgendein Detail
00:22:59: besonders gut.
00:23:01: Und da ist jetzt die Frage wenn,
00:23:03: wenn dieser Markt wegbricht, vor
00:23:04: allem im Verbrennerumfeld, wo
00:23:07: gibt es den Ort, an dem man
00:23:09: diese Kompetenzen wieder
00:23:10: braucht?
00:23:10: Das heißt, da wäre die Frage: Bestehende Produkttechnologie,
00:23:14: bestehende Technologie, die ich beherrsche, nehme ich weiter und
00:23:18: und gehe in einen anderen, verwandten Markt, einen artverwandten Markt.
00:23:22: Also nach dem Motto vom Auto gehe ich jetzt zu einem
00:23:25: Agrarmarkt oder so was.
00:23:27: Also es ist sehr einfach gedacht, wo ich diese
00:23:30: Technologien, die ich beherrsche, übertragen kann.
00:23:33: Weil wenn ich weder
00:23:35: technologisch Ahnung habe,
00:23:37: produkttechnologisch noch
00:23:39: marktseitig, ist das Risiko
00:23:42: unendlich groß.
00:23:44: Es ist, glaube ich, 800-mal so groß, wenn ich mich
00:23:46: richtig erinnere, wie in einem bekannten Markt mit bekannter
00:23:48: Technologie eine Innovation rauszubringen, weil das Unwissen
00:23:54: so groß ist.
00:23:55: Es gibt so viele Dinge, die ich
00:23:57: nicht verstehe in einem neuen
00:23:59: Markt oder bei einer neuen
00:24:00: Technologie.
00:24:00: So viele Unwägbarkeiten, die aufkommen können.
00:24:03: Und das kumuliert sich halt dann, wenn ich beides neu mache.
00:24:06: Deswegen sollte ich da sehr
00:24:06: genau überlegen als klassischer
00:24:08: Zulieferer Wo gibt es Märkte,
00:24:11: die artverwandt sind, die
00:24:13: vielleicht als Markt gleich
00:24:14: ticken?
00:24:15: Oder wo gibt es Märkte, die die gleichen Lösungen produktseitig
00:24:20: beziehungsweise technologieseitig brauchen?
00:24:22: Dass ich an einer Stelle sicher
00:24:23: bleibe und nicht an zwei
00:24:25: Unsicherheiten.
00:24:26: Die Ansoff-Matrix hilft da sicher weiter, gibt gute Orientierung.
00:24:31: Trotzdem müssen die Prozesse natürlich angestoßen werden.
00:24:34: Aber lassen wir das mal stehen.
00:24:36: Momentan sprechen
00:24:38: von morgens bis abends alle
00:24:40: Medien über
00:24:41: KI, und kaum eine Innovations-
00:24:44: diskussion kann ohne KI
00:24:46: auskommen.
00:24:47: Macht denn die künstliche Intelligenz tatsächlich
00:24:50: innovativer oder beschleunigt sie nur manchmal das, was wir
00:24:56: ohnehin schon tun?
00:24:59: Eine super Frage also.
00:25:01: Primär, würde ich behaupten, ist es eine
00:25:02: Technologie, die zur
00:25:04: Prozessoptimierung und
00:25:05: Beschleunigung
00:25:07: beiträgt.
00:25:10: Kernprozesse erstmal nur
00:25:13: schneller machen, weil die KI
00:25:14: schneller schreibt, als ich
00:25:15: schreibe.
00:25:17: Sie kann auch Fehler besser erkennen, weil wir in großen
00:25:22: Datenmengen als Mensch schnell mal den Überblick verlieren und
00:25:26: gewisse Edge Cases vergessen.
00:25:28: Die KI vergisst sie nicht.
00:25:29: Wir experimentieren zum Beispiel im Moment im
00:25:32: Anforderungsmanagement mit KI und erkennen, wie
00:25:38: präzise die KI erkennt, welche Anforderungen nicht
00:25:41: sauber definiert sind.
00:25:42: Und das ist super wertvoll und
00:25:45: macht mich am Ende schneller,
00:25:46: wenn ich das dort richtig
00:25:48: einsetzen kann, weil dann die
00:25:51: Fehler daraus nicht mehr so groß
00:25:52: sind.
00:25:53: Denn fehlerhafte Anforderungen führen zu
00:25:55: Fehlentwicklungen.
00:25:58: Und die sind dann das Teure und in dem Sinne, also KI hilft ganz
00:26:03: sicher, den Prozess zu beschleunigen und zu verbessern.
00:26:06: Die First-Time-Right-Quote wird größer.
00:26:10: KI macht aber natürlich auch neue Produkte möglich.
00:26:13: Also wenn du KI im Produkt hast, siehst du ja bei den
00:26:17: Softwareleuten: Dann kann das plötzlich etwas Neues, und
00:26:20: plötzlich braucht jemand eine andere Lösung nicht mehr.
00:26:25: Also denk mal zehn Jahre oder fünfzehn Jahre zurück.
00:26:28: Da war das Officepaket das
00:26:29: Standardpaket, das jeder
00:26:30: braucht.
00:26:31: Wenn ich in meinen Alltag
00:26:32: schaue, wie oft ich Word oder
00:26:35: Excel aufmache, wie selten das
00:26:37: vorkommt und mit KI noch viel
00:26:39: seltener.
00:26:40: Wenn ich sie vernünftig
00:26:41: einsetze, ist das dramatisch, weil
00:26:43: die Technologie einfach andere
00:26:45: Wege offen macht, die viel
00:26:46: besser sind.
00:26:47: Also eben beides ist.
00:26:50: KI macht den Prozess effizienter und schneller, gibt mir aber,
00:26:54: wenn ich sie richtig einsetze, neue
00:26:57: Möglichkeiten für mein Produkt und meine Leistung.
00:27:00: Das ist wie ein Messer.
00:27:02: Setzt es richtig ein, dann kannst du Gutes tun.
00:27:04: Setzt es falsch ein.
00:27:05: Dann kannst du Menschen wehtun.
00:27:08: In dem Sinne würde ich es
00:27:10: einfach als ein neues Element in
00:27:13: meinem Stack, sozusagen in
00:27:15: meinem Lösungsweg für ein
00:27:16: Kundenproblem sehen.
00:27:17: Und wenn ich das Kundenproblem
00:27:19: gut verstanden habe, kann ich
00:27:21: mit KI super coole Lösungen
00:27:23: drauf machen.
00:27:24: Jetzt ist ja der Podcast auch
00:27:26: ein Stück weit dazu da,
00:27:27: tatsächliche Handreichungen zu
00:27:29: geben.
00:27:29: Und wenn wir jetzt mal annehmen,
00:27:31: wir sind ein mittelständisches
00:27:33: Unternehmen oder wir haben jetzt
00:27:35: ein Startup oder ich bin jemand,
00:27:37: der jetzt gerade neue Produkte
00:27:39: entwickelt und damit ein
00:27:40: Unternehmen gründen will und der
00:27:42: denkt, der hört uns und der hört
00:27:44: das Gespräch an und der sagt,
00:27:46: wir müssen jetzt innovativer
00:27:48: werden.
00:27:48: Was wären aus deiner Sicht jetzt als konkrete Handreichung die
00:27:52: ersten Dinge, die du tun würdest auf dem Weg zu mehr Innovation?
00:28:01: Bei so einer generellen Frage besteht immer die
00:28:02: Gefahr, dass man
00:28:04: danebenliegt.
00:28:04: Aber jede Situation ist halt ein bisschen anders.
00:28:06: Aber was mir als Erstes in den Kopf kommt: Ich würde
00:28:11: Zukunft einmal dokumentieren.
00:28:13: Also Zukunft entsteht ja nicht einfach so, weil sie entsteht,
00:28:16: sondern weil gewisse Dinge von vielen Menschen gemacht werden.
00:28:20: Also Lösungen, die sich am Markt durchsetzen.
00:28:23: Trends, die eine Wirklichkeit werden.
00:28:26: Trends werden Wirklichkeit,
00:28:28: weil viele Menschen sie umsetzen
00:28:29: und daraus Dinge entstehen.
00:28:31: Wenn ich jetzt also in meinem
00:28:33: Unternehmen überlege, wo stehe
00:28:34: ich gerade?
00:28:35: Ich würde mir zwei Formen von Zukunftslandkarten malen.
00:28:40: Nämlich: Wie ändern sich womöglich die Bedürfnisse meiner
00:28:43: Kunden?
00:28:45: Was ändert sich da?
00:28:46: Wie ändert sich die Welt meiner
00:28:48: Kunden und was bedeutet das für
00:28:52: mich?
00:28:52: Wird deren Kaufverhalten ein anderes?
00:28:54: Werden deren Problemlösungsfragestellungen andere?
00:28:58: Das kann mehr oder weniger stark sein.
00:29:01: Siehe Automobilindustrie.
00:29:06: Diese Landkarte mal aufzumalen im Sinne von: Wo stehe ich heute
00:29:10: und wie sieht das vielleicht in zehn fünfzehn Jahren aus?
00:29:12: Und was für Szenarien gibt es
00:29:14: alles, die möglich sind in zehn
00:29:16: fünfzehn Jahren nur auf Sicht
00:29:18: des Marktes?
00:29:20: Das ist noch null Komma null eigene Bewertung, sondern
00:29:23: es sind nur Hypothesen, die ich aufschreibe, damit ich sehe,
00:29:27: was da passieren könnte.
00:29:29: Und das gleiche kann ich mir
00:29:31: ausmalen für die Technologien,
00:29:33: also welche Technologie wird wo
00:29:35: eingesetzt und was kann wo was
00:29:37: ersetzen?
00:29:38: Wie könnten wir gewisse Probleme
00:29:40: künftig anders lösen, weil die
00:29:42: Technologie die nötige Qualität
00:29:44: erreicht?
00:29:45: Da sind wir wieder bei der KI
00:29:46: oder bei Quantenmechanik oder
00:29:48: was weiß ich, was man da alles
00:29:49: haben.
00:29:50: Quantencomputing zum Beispiel ist auch so ein Thema, wenn das
00:29:52: kommt, was bedeutet das?
00:29:56: Da gibt es viele, viele Themen, wo wir sagen, technologisch
00:29:59: gesehen gehen die Entwicklungen in die und die Richtung und das
00:30:01: und das könnte daraus entstehen.
00:30:03: Und wenn ich diese beiden
00:30:04: Landkarten der Zukunft habe,
00:30:05: also was technologisch möglich
00:30:08: werden könnte und was
00:30:11: marktseitig zum Bedürfnis werden
00:30:13: könnte, dann kann ich anfangen,
00:30:17: sehr gezielt innovativ zu werden
00:30:20: und damit die Zukunft mit
00:30:22: beeinflussen.
00:30:23: Wenn ich erkenne, da gibt es besondere Szenarien, die für
00:30:25: mich nützlich sind, dann kann ich Energie hineinstecken, damit
00:30:28: wir in diese Szenarien kommen, weil Zukunft nicht
00:30:31: unabhängig von mir entsteht.
00:30:32: Und Innovation ist genau der
00:30:34: Hebel, um so Zukunft zu
00:30:36: gestalten.
00:30:37: Und wenn ich erkenne, dass eine gewisse Innovation
00:30:40: – nehmen wir zum Beispiel die
00:30:42: Wasserstofftechnologie beim
00:30:43: Auto.
00:30:44: Offensichtlich nicht so zum Zuge kommt, wie man vor zehn oder
00:30:48: fünfzehn Jahren gesagt hat.
00:30:50: Dann kann ich mir überlegen Bin
00:30:52: ich jetzt einer, der noch daran
00:30:53: glaubt und viel Energie
00:30:54: reinsteckt?
00:30:55: Oder stecke ich meine Energie
00:30:57: woanders hinein, weil ich nicht
00:30:58: mehr daran glaube, dass es das
00:30:59: ist?
00:31:00: Und das gibt mir eben diese Orientierung.
00:31:02: Diese Landkarten geben mir die Möglichkeit,
00:31:06: faktenbasiert über diese Szenarien zu diskutieren.
00:31:10: Und es gibt ganz, ganz viel Klarheit.
00:31:12: Damit würde ich anfangen.
00:31:14: Ich finde, das war jetzt schon ein ganz tolles Schlusswort.
00:31:17: Die Zukunft beobachten, den Markt beobachten.
00:31:21: Wissen, wohin sich die Technologie entwickelt.
00:31:23: Ich glaube, das sind wirklich gute Handreichungen.
00:31:27: Zum Abschluss jetzt noch die
00:31:28: Frage Wenn Hörerinnen und Hörer
00:31:31: dich kontaktieren wollen, wenn
00:31:34: sie Kontakt zu dir aufnehmen
00:31:35: wollen, wie kann man dich
00:31:36: erreichen?
00:31:37: Wie kann man Lumanaaa erreichen?
00:31:40: Und was steht als nächstes an?
00:31:43: Vielleicht das noch zum ganz zum Abschluss.
00:31:47: Wir sind ganz simpel über die Homepage erreichbar.
00:31:49: Also Lumanaaa, mit zwei a: lumanaa.de.
00:31:54: Darauf gibt es die einzelnen
00:31:57: Beraterinnen und Berater mit
00:31:59: ihren Profilen.
00:32:00: Und da gibt es immer einen Link zu einem Termin.
00:32:02: Da kann man sich einfach einen Termin holen, jederzeit in den
00:32:05: Kalender gucken, einplanen.
00:32:07: Wir sind immer für ein Gespräch zu haben.
00:32:08: Das ist überhaupt kein Problem.
00:32:10: Bei einem
00:32:10: virtuellen Espresso
00:32:12: trinkt man mal eine halbe Stunde
00:32:13: einen Kaffee zusammen und
00:32:14: diskutieren über die Themen, die
00:32:15: einen bewegen.
00:32:16: Und dann sieht man, ob es irgendwie nützliche weitere
00:32:18: Impulse gibt, was wir gerade im Zusammenhang mit dem Szenario
00:32:22: noch auch anbieten können, also wer da mehr möchte.
00:32:27: Auf unserer Homepage gibt es so einen Suchbutton.
00:32:29: Einfach mal Szenariotechnik eingeben.
00:32:31: Wir haben verschiedene Download-Vorlagen, die man einfach
00:32:35: benutzen kann, kostenfrei.
00:32:36: Anleitung dazu.
00:32:38: Also Gerade um diese letzte
00:32:40: Übung, die wir diskutiert haben,
00:32:41: zu machen, findet man da die
00:32:43: entsprechenden Vorlagen und auch
00:32:44: Beschreibungen, wie man das
00:32:45: machen kann.
00:32:46: Wer da Lust drauf hat, kann sie sich gerne holen.
00:32:49: Wer Lust darauf hat, darüber ein Gespräch zu führen.
00:32:51: Einfach melden.
00:32:52: Wir sind dafür immer zu haben.
00:32:55: Klasse.
00:32:56: Klasse.
00:32:57: Ja, ich schreib ja alles immer
00:32:58: noch in die Shownotes und da
00:33:01: werde ich auch den Link noch mal
00:33:03: einfügen, so dass man auf jeden
00:33:05: Fall Kontakt mit euch aufnehmen
00:33:07: kann.
00:33:07: Jetzt erstmal vielen Dank,
00:33:10: Christoph, für das wirklich
00:33:12: spannende Gespräch.
00:33:13: Innovation ist ein Thema.
00:33:14: Das ist grundsätzlich wichtig für alle auch und ich hoffe, es
00:33:19: hat auch tatsächlich den Hörern einen Mehrwert gebracht.
00:33:23: Vielen Dank!
00:33:27: Founder Talks. Der Podcast zu den
00:33:30: Themen Startup,
00:33:31: Existenzgründung,
00:33:32: Unternehmensnachfolge und
00:33:34: Innovation.