Der Podcast zu den Themen Startups und Existenzgründung - mit Benedikt Brüne und Holger Hagenlocher
Founder Talks Der Podcast zu den Themen Startups und Existenzgründung mit Holger Hagenlocher und Benedikt Brühne am Mikrofon Holger Hagenlocher.
Holger Hagenlocher:
Willkommen zu einer besonderen Folge von Founder Talks. Der Podcast. Denn heute blicken wir zurück auf unsere ersten fünf Folgen. Also ist das eine Art Summary unserer Startphase. Fünf Gespräche, fünf ganz unterschiedliche Perspektiven auf Unternehmertum, auf Entrepreneurship, auf Gründung und auf Zukunftsgestaltung. Und genau das ist ja auch der Kern der Founder Talks Wir sprechen mit Gründenden. Wir sprechen mit Startups, Selbstständigen und Akteuren aus dem Gründungsökosystem. Und wir sprechen über Erfahrungen, Herausforderungen, Trends und neue Ideen. Die ersten drei Interviews hat mein Kollege Benedikt Brünne geführt. Danach habe ich selber noch telefonisch zwei Interviews mit Vertretern des Gründungsökosystems geführt. In dieser Folge befassen wir uns also mit Gedanken, Stimmen und Impulsen aus diesen ersten fünf Episoden. Wer tiefer einsteigen will, dem empfehle ich und lege ich natürlich auch ans Herz, sich die Folgen in voller Länge anzuhören. Die Folgen gibt es bei Spotify, bei YouTube, bei Apple, bei dieser oder auf unserer Talks Website https founder talks de nochmal https founder minus talks de.
Ja, was sich in allen Gesprächen gezeigt hat, die wir geführt haben, ist, dass Gründung nicht immer mit einem perfekten Businessplan beginnt. Die Ideen zur Selbstständigkeit ergeben sich oft aus einer Beobachtung, aus einer Beobachtung von einem Problem oder mit dem Gefühl, dass etwas auch anders, besser oder menschlicher gehen müsste. Genauso war es auch bei unserem ersten Gespräch. Benedikt Brüne hat mit Sandra Benz Bernhard gesprochen. Sie ist Trauerrednerin von der Insel Reichenau und hat erzählt, wie aus einem sehr persönlichen Erlebnis eine nebenberufliche Selbstständigkeit entstanden ist. In Ihrem Fall ging es nicht um ein klassisches Start up, sondern um eine unternehmerische Entscheidung, die aus Haltung, aus Empathie und einem sehr klaren Blick auf die Bedürfnisse anderer Menschen gewachsen ist. Das Gespräch war ein Austausch über Trauer, Reden, neue Wege des Abschieds und über bewegende Familienmomente. Im jetzt folgenden Ausschnitt beschreibt Sandra Benz-Bernhard, wie alles begann und warum Authentizität für sie die Grundlage ihrer Arbeit ist.
Benedikt Brüne: Heute ist bei uns zu Gast Sandra Benz. Bernhard Liebe Sandra, du bist im Hauptberuf Verwaltungsangestellte, bist zweifache Mama, hast insofern viel zu tun und hast aber dann vor ungefähr sechs Jahren deine erste Trauerrede gehalten, aus der dann dein Business oder dein Nebenbusiness Worte zum Abschied hervorgegangen ist. Kannst du dich noch erinnern, wie das vor sechs Jahren angefangen hat? Welche Idee hattest du zu Beginn? Ja, wie kam es dazu? Also eigentlich war ich überhaupt gar nicht auf der Suche nach einer zweiten Beschäftigung, nach einem zweiten Standbein, sondern ich war damals bei der Beerdigung von meiner Tante und es war eine christliche Beerdigung. Und mir kam bei diesem Abschied einfach das Leben von ihr viel zu kurz und das war mir zu unpersönlich. Und ab dem Zeitpunkt hat es bei mir im Kopf einfach angefangen zu rattern und ich habe überlegt Mensch, es muss doch irgendwie eine Möglichkeit geben, Ein Abschied lebendiger zu gestalten. Das war dann gerade in der Zeit von Corona und ich habe dann Kontakt aufgenommen von zu einer Freundin von mir. Die hat mit mir die Ausbildung gemacht in der Verwaltung und der ihr Mann hat ein Bestattungsinstitut und habe sie einfach gefragt, ob ich da mal hingehen kann und ob der mir das erklären kann, was man machen muss, wenn man eben Trauerrednerin werden möchte. Gesagt, getan. Und so lief das Ganze dann an, dass ich mir zuerst einmal ein paar Abschiede angehört habe mit anderen Rednern und habe dann, muss ich sagen, relativ schnell gesagt, ich möchte das selber auch ausprobieren. Und dann kam ich zu meinem ersten Abschied, den ich selber gemacht habe. Die eigentliche Rede ist natürlich das Kernprojekt, würde ich mal sagen. Was aber für mich unheimlich wichtig ist, ist das Lebensgespräch. Für mich ist das der Start um eine gesunde Trauerverarbeitung leisten zu können. Dass man einfach als Rednerin kommt und ganz viel Zeit mit dem Gepäck hat. Dass man ohne Zeitdruck zunächst erstmal anhört, was euch passiert. Was für ein Schicksal habt ihr erlebt, um dann über das Leben spricht mit den Angehörigen. Und da gehören natürlich alle Facetten des Lebens dazu, dass die fröhlichen Tage und natürlich auch die Tage, wo weniger schön waren, weil mir einfach wichtig ist, dass man das Leben an dem Tag des Abschieds authentisch widerspiegelt. Und was mir vor allem ganz wichtig ist, ist, dass die Menschen, die in den ersten beiden Reihen sitzen, von dem Abschied nach gehen können und sagen Ja, sie oder er ist zwar nicht mehr unter uns, aber wir hatten ein Leben, was unterm Strich gepasst hat und was für uns und für ihn oder sie auch gepasst hat,
Holger Hagenlocher:
Was ich beim Hören des Gesprächs wirklich stark fand Es wird deutlich, dass Unternehmertum nicht nur aus Marktchancen entsteht, sondern auch aus innerer Überzeugung. Sandra Beenz Bernhard zeigt im Gespräch, dass ein Geschäftsmodell auch dann tragfähig sein kann, wenn es aus etwas sehr Persönlichem entsteht, aus einer Erfahrung, einem Mangel. Und vielleicht ist genau das eine der großen Erkenntnisse aus unseren Founder Talks. Gute Ideen entstehen oft dort, wo jemand ein echtes Problem erkennt und bereit ist, Verantwortung zu übernehmen. So wie bei Sandra Benz Bernhard, die eine als unpersönliche empfundene Beerdigung dazu gebracht hat, Abschiede anders und lebendiger gestalten zu wollen. Unser zweites Gespräch führt von dieser sehr persönlichen Gründungsgeschichte zu einer Frage, die viele Unternehmen gerade massiv beschäftigt Wie gelingt Ausbildung heute? Und zwar so, dass daraus Bindung, Qualität und Zukunftssicherung entstehen kann. Dazu hat Benedikt Brüne mit Katharina Epp und Leandra Hoffmann von My Skillbridge gesprochen. Ihr Ansatz Eine Brücke bauen zwischen Unternehmen und Auszubildenden. Und zwar nicht als Schlagwort, sondern als ganz konkrete Unterstützung von mittelständischen Unternehmen durch Beratung, Schulung und Software. Die beiden Gründerinnen machen im Gespräch deutlich, dass gute Ausbildung weit mehr als Personalentwicklung ist. Sie ist ein entscheidender Faktor für Fachkräftesicherung. Deshalb haben sie ein Angebot entwickelt, das den Ablauf der Ausbildung professioneller und zielführender gestaltet, gestaltet und realisiert mit Coaching, Schulung und Software.
Benedikt Brüne … sind heute Katharina Epp und Leandra Hoffmann von Skillbridge aus Gottmadingen bei Singen. Was ist denn My Skillbridge? Wenn ich das etwas locker ins Deutsche übersetze, könnte man sagen die Brücke meiner Fähigkeiten. Und ich habe mich gefragt, als ich das gehört habe. Zuerst Für wen baut ihr denn welche Brücke? Tatsächlich haben wir uns lange mit dem Namen auseinandergesetzt und überlegt, was wir denn da wählen werden. Genau diese Brücke wollten wir auch zeigen und herstellen, und zwar eine Brücke zwischen den Unternehmen und den Auszubildenden. Und darum geht es bei uns bei unserer Arbeit. Genau. Also eine Brücke quasi. Wir als Unternehmen zwischen den Ausbildern und den Auszubildenden. Oft fehlt es da an der Kommunikation oder an Strukturen und ja, an so einigem und an Fähigkeiten. Und was ist da genau euer Angebot? Zum einen an die Unternehmen und zum anderen an die Azubis oder an die Werdenden Azubis in erster Linie unternehmen. Tatsächlich? Also unser Angebot liegt ja im Dreiklang, tatsächlich im Bereich Beratung, Schulung und Software. Wir unterstützen die Unternehmen bei der Ausbildungsthemen und wollen eine Brücke herstellen zwischen den Betrieben und den Auszubildenden oder den angehenden Auszubildenden, um die Qualität der Ausbildung zu verbessern. Einmal im Umgang mit den Azubis, dass der besser wird. Also die Kommunikation und der Umgang. Die Ausbildung an sich bekommt eine Struktur und damit eine bessere Qualität als Benefit für das Unternehmen. Zusätzlich noch, wenn die Ausbildung gut läuft, dann spricht sich das rum unter den jungen Leuten. Somit wird dann auch das Recruiting einfacher, weil sie dann nicht mehr so extrem viel dafür tun müssen, sondern es spricht sich rum. Also im Grunde geht es uns wirklich darum, Fachkräfte zu sichern in der Region. Wir hören von vielen Betrieben im Moment, dass sie Nachwuchsprobleme haben, dass niemand die also das Unternehmen übernimmt, weil die eigenen Kinder vielleicht nicht in die Fußstapfen treten wollen und einen kleinen Betrieb dann aufgegeben wird. Oder Handwerksbetriebe oftmals. Und uns geht es wirklich darum zu zeigen, dass man mit einer Ausbildung erst mal gutes Personal wiederfinden kann, ohne extrem viel ins Recruiting zu investieren und auch dann Nachwuchs einfach gewinnen kann, wenn man es richtig angeht für sein eigenes Unternehmen. Und das Wichtigste ist, glaube ich tatsächlich die Bindung an das Unternehmen. Und die fängt halt einfach mit der Ausbildung an.
Holger Hagenlocher:Ich finde, dieser Ausschnitt zeigt sehr gut, wie stark sich der Blick auf Ausbildung verändert hat. Es geht längst nicht mehr nur darum, offene Stellen irgendwie zu besetzen. Es geht auch darum, Strukturen zu schaffen, Kommunikation zu verbessern und junge Menschen ernst zu nehmen, so dass daraus langfristige Bindung entstehen kann. Die Gründerinnen sagen ja ganz klar, dass gute Ausbildung nicht nur die Qualität im Unternehmen verbessert, sondern auch das Recruiting erleichtert und damit ganz konkret zur Fachkräftesicherung beiträgt. My Skillbridge unterstützt Unternehmen dabei. Das bedeutet Innovation heißt nicht immer, etwas völlig Neues zu erfinden. Innovation heißt oft auch, auf bestehende Probleme bessere Antworten zu finden. Für unsere dritte Folge hat Benedict Brühne mit Elias Greve gesprochen. Greve ist einer der Gründer des Start ups. Zeig mal die Idee dahinter. Kleine und mittelgroße Städte digital erlebbar machen mit einer App, die Geschichten, Orte, Informationen und auch Augmented Reality Elemente zusammenführt. Es war ein Gespräch über das virtuelle Erleben von Städten mit einem digitalen Reisebegleiter. Besonders spannend ist dabei nicht nur die technische Idee, sondern der Blick dahinter. Warum sollen digitale Werkzeuge eigentlich immer nur den großen Städten vorbehalten sein? Warum sollten nicht auch kleinere Orte ihre Geschichte, ihre Besonderheiten und ihre Atmosphäre zeitgemäß erzählen können? Hören wir einfach mal in den Ausschnitt rein.
Benedikt Brüne Elias Greve, du hast gemeinsam mit Till Reitlinger und zwei weiteren Kollegen des Start up Zeig mal gegründet, ein digitaler Gästeführer für Baden Württemberg. Zeig mal, das ist eine Handy App In erster Linie. Und was zeigt uns denn die App? Hauptpunkt ist, dass mir eigentlich Einzigartigkeit von kleinen bis mittelgroßen Städten vermitteln wollen. Das kam eigentlich aus der Idee heraus, dass wir gemerkt haben, wir sind alles vier Informatiker und haben gesehen, dass große Städte eigentlich da schon gute Werkzeuge haben, aber jetzt gerade kleine Städte da ziemlich abgehängt werden. Wir waren der Ansicht, dass auch die kleinen Städte große Geschichten erzählen können und viele einzigartige Fakten und Anekdoten haben, die eigentlich super spannend sind, die aber einfach digital keine Plattform finden. Und dann sind wir dazu gekommen, dass wir jetzt eine App gebaut haben, wo man gerade diese Sachen einfach gezeigt bekommt und anhören kann und anschauen kann, um da einfach außerhalb der großen Städte auch was Spannendes zu entdecken. Da geht es los, dass wenn es kein digitales Angebot gibt, dann läuft man durch eine kleine Stadt und erfährt gar nichts oder kann sich noch Wikipedia durchlesen oder die Webseite. Da wollten wir eigentlich ansetzen, dass man sagt, wir wollen auch nicht, dass jemand unbedingt eine ganze Stadtführung machen muss und das Komplettpaket zu ein hundert Prozent sich merkt, sondern dass man eigentlich was niederschwelliges schafft, wo Leute ganz einfach auch nur Kleinigkeiten mitnehmen können. Und am Ende sind es auch Kleinigkeiten, die man sich merkt, die man dann mit der Stadt verbindet. Und diese Ebene, dass man praktisch niederschwellig erste Inhalte konsumieren kann und sagt okay, das ist ja spannend, Tatsächlich. Und dass man dann noch die Tiefe schafft, dass man dann sagt, man kann noch einen Rundgang machen oder mehr, kann noch unseren entdecken Modus sozusagen, kann man sich dann die App angucken, wie der aussieht nutzen, um dann eben noch die weitere Tiefe zu kriegen und sagen da gibt es noch mehr, was man erfahren kann. Herangehensweise ist so, dass man die App aufmacht. Und wir haben ja jetzt mittlerweile knapp siebzig Städte in Baden Württemberg und man muss jetzt auch sagen, darüber hinaus in der App drin und je nachdem wo man sich befindet, sieht die App dann anders aus. Und wenn man jetzt in Radolfzell ist, dann ist es praktisch wie eine Radolfzell App, wo man basierend auf dem Standort dann auch Sachen zu sehen bekommt, die jetzt hier gerade in der Nähe sind. Man kann gerade mit dem Entdecken Modus den anschalten und dann durch die Stadt bummeln und bekommt einfach so kleine Benachrichtigungen, wenn es kleine Häppchen oder Informationen in der Nähe gibt, die man mal durchlesen oder anhören kann. Und wenn du jetzt schon auf Augmented Reality zu sprechen kommst, ist auch ein Aspekt der App jetzt Nicht, dass man damit navigiert, Sondern wir haben dann auch so als Einstiegspunkt, als technologische Innovation, vielleicht so ein bisschen einen Modus geschaffen, wo man praktisch Archivbilder von der Stadt verwenden, um diese dann in Augmented Reality wieder so in den virtuellen Raum zu stellen, wie der Fotograf das damals vor ein hundert Jahren gesehen hat.
Holger Hagenlocher:
Und damit sind wir bei einer weiteren Erkenntnis aus den ersten Founder Talks. Gute Ideen entstehen nicht im luftleeren Raum. Sie brauchen immer ein Umfeld. Sie brauchen Menschen, Räume, Kontakte, Unterstützung, kurz ein funktionierendes Ökosystem. In der vierten Folge habe ich mich dazu selbst mit Regina Schlecker, der Wirtschaftsförderung in der Stadt Stockach, unterhalten. Anlass war ein Gründungsabend in Stockach, der im März stattfand. Aber im Kern ging es um viel mehr. Es ging um die Frage, welche Voraussetzungen eine Stadt und eine Region schaffen muss, damit Gründungen überhaupt möglich wird. Im folgenden Ausschnitt wird nicht nur deutlich, warum Stockach viel zu bieten hat, sondern auch warum regionale Strukturen, wirtschaftliche Vielfalt und Offenheit für neue Ideen so wichtig sind.
Holger Hagenlocher: Frau Schlecker, was war denn der Auslöser, dass die Stadt Stockach jetzt einen Gründungsabend anbietet?
In unserer Stadt ist es so, dass wir bisher kein Gründungsnetzwerk haben oder so ein Start up. Start up Zentrum oder was es sonst manchmal so gibt. Wir haben aber andererseits auch ganz gute Voraussetzungen. Wir haben also eine insgesamt eine starke mittelständische Wirtschaft. Wir haben jetzt auch mit Green Places im Industriegebiet solche Räumlichkeiten, wo sich kleinere mal einmieten können und ausprobieren können. Aber wir haben das Glück in Stockach, dass unsere Betriebe sehr breit aufgestellt sind, dass wir nicht zum Beispiel auf Automobilindustrie oder so zu sehr fokussiert sind und diese diesen Mix, den der, der macht sich jetzt wirklich bezahlt. Und darüber sind wir auch sehr glücklich. Wir haben auch Unternehmen tatsächlich, die jetzt ganz groß gebaut haben oder vorhaben, sich bald zu erweitern und an Grundstücks Grundstückssuche sind. Und da klar, Medizintechnik haben wir hier bei uns, die sich erweitert haben. Aber es gibt auch andere Bereiche aus der Metallverarbeitung, Maschinenbau oder Sonder Maschinenbau, Fahrzeughandel, Holzverarbeitung, also sehr breit. Und ich denke, das ist das was, was auch unsere Stadt und Region gerade ausmacht. HH: Für wen ist denn der Abend besonders gedacht? Wir wollen einfach mal herausfinden, wen gibt es hier in unserer Region? Was bringen die Leute für Wünsche und Ideen mit. Haben Sie nur ganz grobe Ideen. Haben Sie schon konkreter überlegt, was oder wie Sie sich gründen wollen, ob Sie es gründen wollen? Und natürlich Wir haben auch verschiedene Unternehmen, die über kurz oder lang sicher Nachfolge suchen. Von daher Also wir freuen uns über alle und jeden, der an dem Abend kommt und einfach fragen und und ja, Lust und Freude mitbringt, da mal mitzumachen. Ja, welche typischen Fragen oder Hürden würden Sie denn in der Wirtschaftsförderung am häufigsten, wenn Menschen den Schritt in die Selbstständigkeit erwägen? Tja, also ich würde sagen, da kommt ganz Unterschiedliches vor. Also es kann ja sein, jemand hat wirklich nur eine ganz, ganz grobe Idee, traut sich aber gar nicht. Möchte wissen, wer bin ich überhaupt als Person geeignet? Kann ich überhaupt so was machen? Wie komme ich rüber? Ist meine Geschäftsidee wirklich tragfähig? Oder ist das was ganz Verrücktes? Und dann gibt es aber auch andere, die schon ein bisschen weiter sind. Die fragen sich eher Wie kann ich das finanzieren? Brauche ich spezielle betriebswirtschaftliche Kenntnisse? Muss ich wissen, wie es rechtlich alles, was rechtlich zu beachten wäre, und solche Dinge? Und natürlich möchte ich auch wissen, in Stockach wie, Wie komme ich überhaupt an die Öffentlichkeit? Kann die Stadt mir helfen, dass ich sichtbar werde oder brauche? Und haben Sie Räume für mich? Also solche Fragen kommen natürlich auch.
Holger Hagenlocher:
Ja, was sich aus diesem Gespräch besonders mitgenommen habe Gründung ist nie nur eine Sache einzelner Person. Gründung braucht Orte, an denen Ideen nicht sofort scheitern. Startups, Existenzgründer und Unternehmensnachfolger brauchen Ansprechpersonen. Sie brauchen Sichtbarkeit und manchmal einfach auch die Ermutigung, den ersten Schritt überhaupt zu gehen. Und ganz wichtig Sie brauchen Netzwerke zum Austausch mit Gleichgesinnten. Im Ausschnitt, den wir gerade gehört haben, beschreibt Regina Schleckers sehr konkret, welche Fragen Menschen mitbringen, wenn sie über Selbstständigkeit nachdenken. Bin ich geeignet? Ist meine Idee tragfähig? Wie finanziere ich das? Wie werde ich sichtbar? Genau diese Mischung aus persönlicher Unsicherheit, aus praktischem Klärungsbedarf und regionaler Unterstützung macht Gründung in der Realität aus. In der fünften Folge der Founder Talks von Ende März haben wir dem Thema Gründung noch eine weitere Perspektive hinzugefügt. Ein Thema, das die Bedeutung des Unternehmertums, des Entrepreneurships. Denn Unternehmertum bedeutet nicht nur neu gründen. Es bedeutet auch, Bestehendes weiterzuführen und Zukunft zu sichern. Ich habe mich dazu mit Thomas Hösle unterhalten. Er ist Leiter des Steinbeis Beratungszentrums Zukunftssicherung und Seniorberater der IHK Reutlingen mit dem Schwerpunkt Unternehmensnachfolge. Das Gespräch hat gezeigt, dass das Thema Nachfolge weit mehr ist als eine betriebswirtschaftliche Detailfrage. Es geht ganz allgemein um den Mittelstand, um Verantwortung, um Kontinuität und letztlich um die Zukunft ganzer wirtschaftlicher Strukturen. Der folgende Ausschnitt bringt das in großer Klarheit auf den Punkt.
Holger Hagenlocher: Thomas Hösle ist Leiter des Steinbeis Beratungszentrums Zukunftssicherung in Pfullingen und Seniorberater der IHK Reutlingen. Unter anderem mit dem Schwerpunkt Unternehmensnachfolge. Zuvor war er viele Jahre in verantwortlichen Führungsrollen aktiv. Sieben und zwanzig Jahre bei der Deutschen Bank, danach sechzehn Jahre als CEO, CFO im Maschinen- und Anlagenbau. Unternehmensnachfolge und Zukunftssicherung. Da stellt sich natürlich die Frage Warum brennt das Thema Nachfolge? Die Antwort kann man in einem Satz zusammenfassen Die Lage ist besorgniserregend. Jährlich stehen laut Studien und von Verbänden Hunderttausende von Unternehmen vor einem Generationswechsel. Querbeet über alle Branchen und Größenordnungen. Und ich finde interessant die Auswertung, die die DATEV, das ist Deutschlands größter Dienstleister für Buchhaltung, Buchhaltung und Controlling macht. Und die letzte Umfrage hat den Zeitraum umfasst Oktober vier und zwanzig bis September fünf und zwanzig. Und das Ergebnis ist wirklich aus meiner Sicht in zweifacher Hinsicht ernüchternd. Einerseits steigt der Anteil von Betriebsaufgaben und Verlagerung ins Ausland fast um die Hälfte im Jahresvergleich. Und zum Zweiten resultiert aus dieser Befragung eine auch alarmierende Erkenntnis, dass die Betriebsaufgaben von Unternehmen nicht aus der schwachen Konjunktur resultieren. Fünf und fünfzig Prozent der Antworten beziehen sich auf persönliche Gründe, zum Beispiel Krankheit, berufliche Neuorientierung oder Rückzug in die Familie. Und danach kommt unser Thema Mit ein und fünfzig Prozent der Antworten rangiert jetzt das Thema der fehlenden Nachfolge schon auf Platz zwei. Und ich finde, dieses Fazit ist alarmierend. Es gibt zwar keine Schockwelle, aber es gibt etwas, was aus meiner Sicht vielleicht noch schlimmer ist als ein Schock. Und das ist eine schleichende Erosion, die schleichende Erosion des Rückgrats unserer Volkswirtschaft: den deutschen Mittelstandsunternehmen
HH: Da frage ich mich natürlich, wenn jemand tatsächlich ein Unternehmensnachfolger werden will, wie findet er den richtigen Betrieb? Also idealerweise muss ich mir selber erstmal Gedanken machen über einen Überblick über mein Konzept, was ich möchte, in welche Richtung es gehen soll. Welche Ziele, Branchen, welche Zielkunden für mich wichtig sind oder relevant sind. Und dann gibt es aus meiner Sicht nur eine Möglichkeit, möglichst früh auf externe Berater zuzugehen Nachfolgeberater, Steinbeis, Berater und insbesondere Mein Tipp und das kann ich aus eigener Anschauung gut beurteilen sind die IHK's. Die RKs sind sehr stark darauf eingestellt zu unterstützen, sowohl die die Unternehmer, die abgeben. Das ist ein Job, den ich mache, auch als Seniorberater bei der IHK in Reutlingen. Also potenzielle Übergebende vorzubereiten auf diesen Prozess. Und die IHK ist darüber hinaus auch sehr gut aufgestellt, Übernahmewillige zu unterstützen und gemeinsam mit dieser Kompetenz der IHKs oder andere Berater wie auch aus dem Steinbeis Verbund kann man dann neben der Klarheit für die Suchkriterien auch eine konkrete Suchstrategie entwickeln, unter anderem auch die Nutzung von entsprechenden Datenbanken und Plattformen.
Holger Hagenlocher:
Ein wahrlich beeindruckendes und zum Teil auch erschreckendes Interview, das zeigt, wie es brennt und warum Unternehmensnachfolge wirklich ein Thema ist, das von volkswirtschaftlicher Bedeutung ist. Wenn wir aber die ersten fünf Folgen insgesamt zusammen betrachten, dann zeigen sie vor allem eines Unternehmertum. Egal ob Startup, klassische Existenzgründung oder Unternehmensnachfolge Unternehmertum hat viele Gesichter. Es beginnt mit persönlicher Erfahrung wie bei Sandra Bentz Bernhard. Es zeigt sich in neuen Antworten auf drängende Probleme wie bei MySkillBridge. Es wird sichtbar an digitalen Ideen mit Nutzen für Städte und Regionen wie die App von Zeig mal!
Es braucht fördernde Strukturen und Netzwerke, wie im Gespräch mit Wirtschaftsförderin Regina Schlecker dargestellt.
Und es bekommt eine besondere volkswirtschaftliche Tragweite, wenn es um Unternehmensnachfolge und Zukunftssicherung geht, wie gerade im Gespräch mit Thomas Hösle gehört.
Für mich ist das eine der wichtigsten Erkenntnisse aus diesen ersten fünf Folgen. Gute Ideen entstehen dort, wo Menschen genau hinschauen, wo sie Verantwortung übernehmen und den Mut haben, daraus etwas Eigenes zu machen, wo Antworten auf Fragen und Lösungen für Probleme gegeben werden. Und genau solche Geschichten wollen wir bei Founder Talks auch in Zukunft weitererzählen.
Deshalb unsere Einladung an alle, die uns jetzt zuhören, an alle Existenzgründer, den Startups und alle, die das Startup Existenzgründungsökosystem mitgestalten. Wenn Sie Ihre Geschichte, Ihre Erfahrungen und Ihre Perspektiven mit uns teilen möchten, dann freuen wir uns auf Ihre Nachricht.
Und natürlich freuen wir uns auch über Rückmeldungen unserer Hörerinnen und Hörer. Und zwar interessiert uns: Welche Gedanken haben die Gespräche bei Ihnen ausgelöst? Welche Impulse nehmen Sie mit und welche Themen sollten wir künftig noch stärker in den Blick nehmen?
Schreiben Sie uns gerne an Redaktion@founder-talks.de. Denn die Founder Talks leben nicht nur von den Geschichten ihrer Gäste, sondern auch vom Austausch mit denen, die zuhören, mitdenken und mitdiskutieren.
Event-Speaker Jessica:
Networking, Workshops, Messen und Online Events. Hier die aktuellen Termine für Startups und Existenzgründer.
Holger Hagenlocher:
Und wir beginnen am 6. Mai 2026. Da findet der Impulsnachmittag von Singen aktiv statt - in der Villa Consult, Erzbergerstraße 8b in Singen. Los geht's um 16:00 Uhr mit einer allgemeinen Einführung in die Selbstständigkeit. Um 17:00 Uhr gibt es dann den Spezialvortrag mit Steuerberater Christian Lieb von der Steuerberater Partnergesellschaften Greiner/Mletzo zum Thema: „Wie erstelle ich einen Businessplan? Worauf muss ich achten?“ Die Teilnahme ist kostenlos, aber eine Anmeldung ist notwendig. Und den Anmeldelink gibt es bei uns unten in den ShowNotes.
Am 7. Mai, also gleich am nächsten Tag finden der erste Founder Walk in Überlingen am Bodensee statt.
Denn auch im Jahr 2026 gibt es wieder an verschiedenen Orten die beliebten Founder Walks für Gründungsinteressierte, aktuell Gründende, Startups, Selbständige, junge Unternehmen und auch etablierte Unternehmen.
Die Founder Walk sind unkomplizierte und kostenlose Netzwerktreffen. Bei einem Spaziergang lernen sich die Teilnehmenden kennen und kommen ins Gespräch. Danach gibt es ein Catering, bei dem Kontakte vertieft, Ideen ausgetauscht und Kooperationen geschmiedet werden können. Den Anfang in diesem Jahr macht die Stadt Überlingen. Der erste Founder Walk findet am Donnerstag, 7. Mai 2026 um 17:00 Uhr statt. Eine Anmeldung ist unbedingt notwendig.
Den Anmeldelink gibts auch bei uns in den Shownotes.
Am 19. Mai gibt es einen spannenden Vortrag zum Thema Finanzen in Konstanz in der Farm. Da geht es um 18:00 Uhr los und der Vortrag behandelt alle zentralen Bereiche der Finanzplanung, die ein Gründer oder eine Gründerin im Blick haben sollte.
Anhand praxisnaher Beispiele wird verständlich anwendbares Finanz Know how erklärt.
Die Veranstaltung ist kostenlos, eine Anmeldung ist erforderlich.
Event-Speaker Jessica:
Gibt es auch bei euch spannende Veranstaltungen oder Online Events zum Thema Startup, Existenzgründung, Innovation oder Unternehmensnachfolge? Dann schickt uns eine Email mit euren Terminen und Kontaktmöglichkeiten an redaktion@founder-talks.de.
Intro-Speaker Jessica
Founder Talks: Der Podcast zu den Themen Startups und Existenzgründung mit Holger Hagenlocher und Benedikt Brüne.